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Boreout: Wenn Langeweile krank macht

Alisa Philbert

Wusstest du, dass nicht nur Stress im Job krank machen kann, sondern auch Langeweile? Knapp ein Fünftel aller Angestellten fühlt Unterforderung im Job. Die Folge: Müdigkeit, Unzufriedenheit, Schlafstörungen und im schlimmsten Falle ein Boreout. Wie du zwischen Boreout und Burnout unterscheidest und frühzeitig die Reißleine ziehst, verrate ich dir!

Plötzlich war meine Freundin zu nichts mehr zu motivieren. Egal, ob ich ihr einen Kaffee am Nachmittag vorschlug oder ein Abendessen unter Freunden: Immer lautete ihre Antwort: “Ich bin müde, ich muss leider absagen.” Beim ersten Mal verstand ich sie, beim zweiten Mal war ich enttäuscht und beim zehnten Mal machte ich mir ernsthafte Sorgen. Was war nur los mit ihr? In einem Gespräch unter vier Augen verriet sie mir von Magen-Schmerzen im Büro, von schlaflosen Nächten und ständiger Müdigkeit. Die Arbeit machte keinen Spaß mehr, die Freizeit blieb auf der Strecke. Diagnose: Boreout-Syndrom. Das hatte ihr der Hausarzt gesagt. Ich war geschockt. Meine sonst so lebenslustige, fröhliche und motivierte Freundin war nur noch ein Häufchen Elend. Antriebslos, müde und kaputt.

Ich nahm sie in den Arm, tröstete sie und versprach ihr: “Gemeinsam schaffen wir das.”

Freundinnen umarmen sich
Nur wie geht man gegen einen Boreout überhaupt an? Ich begann zu recherchieren. Was ich dabei gelernt habe, will ich heute mit dir teilen. Denn ob Boreout oder Burnout: Es kann jeden treffen. Umso wichtiger ist es, die Ursachen, erste Anzeichen und Symptome zu kennen und schnell dagegen zu steuern. 

Was ist ein Boreout?

Meine Freundin hatte das Boreout-Sydnrom. Mir persönlich war der Begriff Boreout neu.

Man versteht unter dem Phänomen Boreout die lang anhaltende Unzufriedenheit am Arbeitsplatz und ein sogenanntes Ausgelangweilt-Sein.

Es entsteht durch permanente Langeweile und Unterforderung im Job, dem Fehlen von Wertschätzung sowie monotoner Arbeit. Wer in seinem Job nicht aufgehen kann, kein gutes Arbeitsumfeld hat oder seinen Beruf hasst, kann langfristig in ein Boreout rutschen und gesundheitliche Folgen davontragen. Die meisten Menschen empfinden Stress am Arbeitsplatz oft als positiv. Sie fühlen sich gebraucht. Der positive Stress beflügelt, spornt zu Höchstleistung an und lässt mitunter auch ein gutes Gefühl zurück. Das eigene Selbstbewusstsein profitiert davon – trotz der ungesunden Hektik im Alltag. Fehlt das, macht sich Unzufriedenheit breit.

Die Symptome

Das Problem: Ein Boreout wird oft erst sehr spät erkannt. Betroffene sind frustriert, müde und gelangweilt. Doch ist das schon ein Grund, sich schlecht zu fühlen? Für die meisten Menschen nicht. Und das ist die Gefahr. Der Leidensdruck ist zu gering, sodass viele sich Monate lang mit dem Gefühl von Unzufriedenheit und Unterforderung plagen – bis erste psychische und körperliche Symptome auftauchen. Und das Boreout-Syndrom längst nicht mehr Begleiterscheinung, sondern ein Problem ist.

Symptome für ein Boreout können sein:

  • Antriebslosigkeit
  • keine Motivation
  • depressive Verstimmungen bis hin zur Depression
  • Weinkrämpfe
  • Angstzustände
  • Panikattacken
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • kribbelnde Arme und Beine
  • Tinnitus
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • angeschlagenes Immunsystem

Viele Betroffene versuchen ihre Langeweile zu überdecken und zeigen sich am Arbeitsplatz beschäftigt, obwohl sie gar nichts zu tun haben oder machen Überstunden. Das Problem: Das sorgt für zusätzlichen Stress, der das Boreout-Syndrom verstärkt. Die Folge: Betroffene wie meine Freundin ziehen sich immer mehr zurück. Sie fühlen sich als Versager. Am Ende schämen sie sich. Auch meine Freundin hat es wahnsinnig viel Überwindung gekostet, mir über ihr Boreout zu erzählen.

Der Gegensatz: Ein Burnout

Wer an einem Burnout erkrankt, hat sich oft über einen langen Zeitraum aufgerieben. Der Stress und Druck dieser Zeit lasten auf den Schultern der Betroffenen. Ihre Situation wirkt aussichtslos und sie fühlen sich ausgeliefert und hilflos. Die Erschöpfung ist so groß, dass die Energie fehlt, etwas zu verändern.

Auslöser für einen Burnout kann die Situation am Arbeitsplatz sein. Wenn der Job einem zu viel abverlangt, man nur schwer abschalten kann und psychischer oder physischer Druck überhandnehmen. Aber auch die Pflege eines Angehörigen kann Menschen belasten – und irgendwann überlasten. Wer 24 Stunden am Tag für andere da ist, vergisst den Blick auf sich. Eigene Bedürfnisse werden hinten angestellt, bis der Zusammenbruch droht. Auch positive Ereignisse wie die Geburt eines Kindes, die Planung einer Hochzeit oder ein Hausbau können Ursache eines Burnouts sein. Immer dann, wenn Auszeiten fehlen, man einen längeren Zeitraum unter Strom steht, der Perfektionismus an die Tür klopft und man kaum noch Luft zum Atmen hat, droht Überforderung. Die mögliche Folge: Chronische Erschöpfung.

Bei einem Burnout leiden die meisten Betroffenen unter Symptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Frustration sowie Depression, Schlafstörungen und Schmerzen.

Mein Kollege Günter ist vor einigen Jahren selbst an einem Burnout erkrankt. Er erzählt in seinem Blogbeitrag wie er es bekämpft hat und sogar noch gestärkt daraus hervorgegangen ist. Schau doch gleich mal rein!

Zurück zum Boreout: Was kann helfen?

Genauso wie ein Burnout, muss auch ein Boreout-Syndrom im schlimmsten Fall behandelt werden. Doch wer frühzeitig Symptome bei sich entdeckt, kann auch selbstständig dagegen steuern. Hier kommen 7 Tipps, die bei einem Boreout helfen oder die Zeit bis zur Therapie überbrücken:

  1. Das Boreout erkennen

Der erste Tipp ist der vielleicht schwierigste. Man muss das Boreout-Syndrom erst einmal erkennen und als solches akzeptieren. Denn gerade leistungsorientierte Menschen merken erst spät, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Doch nur wer das Problem erkennt, kann es auch lösen.

  1. Den Chef oder die Chefin ansprechen

Wer im Job Unterforderung empfindet, sollte als erstes das Gespräch mit der oder dem Vorgesetzten suchen. Gemeinsam lassen sich vielleicht Lösungen finden, um wieder mehr Freude an der Arbeit zu empfinden. Den meisten Vorgesetzten ist es wichtig, dass Mitarbeiter zufrieden sind und ihre Zeit auch effizient nutzen.

  1. Ein Jobwechsel kann helfen

Manchmal muss man sich auch einfach eingestehen: Der Job oder die Abteilung passen nicht. Dann kann ein Wechsel in eine andere Abteilung oder gleich in ein neues Unternehmen helfen, um dem Boreout das Garaus zu machen. Warum also nicht einfach den Schritt wagen? Eine Alternative kann auch eine Weiterbildung im beruflichen Umfeld sein. Neue Herausforderungen wirken der Unterforderung und Langeweile entgegen.

  1. Mehr Zeit für sich

Jeden Tag um 15 Uhr sitzt man Däumchen drehend am Schreibtisch? Die Langeweile muss nicht sein. Warum nicht einfach die Arbeitszeit entsprechend reduzieren, wenn es nicht mehr Aufgaben gibt? Die gewonnene Zeit kann dann wiederum für einen Nebenjob genutzt werden, der den finanziellen Verlust ausgleicht  – und mehr Freude sowie Sinn ins Leben bringt.

  1. Eigene Konsequenzen ziehen

Als Mensch entwickelt man sich stetig weiter. Was vor ein paar Jahren noch der Traumjob war, kann über die Zeit zum Albtraum werden. Wer merkt, die Arbeit tut einem nicht gut, kann auch eigene Konsequenzen ziehen und im ersten Schritt überlegen, welche Ansprüche man an die Arbeit hat. Wer seine eigenen Fähigkeiten, Ziele, Erwartungen und Ansprüche kennt, kann viel besser einschätzen: Ist das Problem die Langeweile im Job oder der Job an sich? Mit diesem Wissen lässt sich Ausschau halten nach neuen Aufgaben oder ein Branchen-Wechsel vollziehen.

  1. Fehlt der Ausgleich?

Manchmal fehlt auch einfach die richtige Work-Life-Balance. Wer neben seiner Arbeit keinen Ausgleich hat, geht schnell auf dem Zahnfleisch. Mein Tipp: Jede oder jeder sollte sich mindestens ein Hobby suchen. Besonders gut geeignet dafür ist übrigens Sport. Hier schaltet man ab und tut Gutes für Körper und Geist. Gerade bei Sportarten wie Yoga lernt man geistige Kraft zu entwickeln, die eigene Resilienz zu stärken und unangenehme Situationen besser zu managen.

  1. Professionelle Hilfe suchen

Wer merkt, dass der Leidensdruck so groß ist und allein schon der Weg zur Arbeit zur reinsten Qual wird, sollte sich Hilfe suchen und von Ärzten behandeln lassen. Psychologen und Therapeutinnen helfen Betroffenen dabei, neue Lösungen und Mechanismen zu finden, um dem Boreout entgegenzuwirken und neue Lebensfreude zu entwickeln.

Aber Achtung: Die Suche nach einem Therapieplatz kann dauern. Um sich nicht völlig ausgeliefert zu fühlen, können meine Tipps helfen, um selbst aktiv gegenzusteuern.

ERGO an deiner Seite

Die DKV bietet mit ihrer Krankenversicherung beispielsweise eine erste psychologische Online-Beratung mit Selfapy an, um Menschen, die auf einen Therapieplatz warten, frühzeitig zur Seite zu stehen. Auch mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann man im Vorfeld für den Ernstfall vorsorgen.

Meiner Freundin geht es übrigens wieder gut. Nach ein paar zähen Monaten bekam sie einen Therapieplatz und die richtige Behandlung. Nun hat sie einen neuen Job und ist wie ausgewechselt. Und einen Termin hat sie glücklicherweise schon lange nicht mehr abgesagt.

Ich hoffe, meine Recherche hat dir geholfen, den Unterschied zwischen Boreout und Burnout zu verstehen. Du kennst noch mehr Tipps, die bei einem Boreout helfen? Dann schreib sie gerne in die Kommentare!

 #ERGOlebeachtsam


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