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Depression: Meine Erfahrungen mit der Krankheit

Sigrun Stemmer

Wusstest du, dass 16 bis 20 % aller Menschen mindestens einmal im Leben an einer Depression erkranken? Oder an einer chronisch depressiven Verstimmung?[1] Ein erschreckend hoher Anteil. Trotzdem ist das Thema nicht präsent genug, wie ich finde. Mit meinen Erfahrungen möchte ich dazu beitragen, das zu ändern.

Vielleicht hast du in den sozialen Medien dieses Hashtag schon mal gelesen: #notjustsad will aufmerksam machen. Aufmerksam machen auf eine Erkrankung, die deutlich mehr als nur Traurigkeit ist. Eine Erkrankung, die in den Köpfen von vielen immer noch mit einem Makel versehen ist.

Ich spreche hier von Depressionen. Und ich habe das selbst er- und durchleben müssen.“

2016 haben wir uns ein freistehendes Einfamilienhaus gekauft. Super! Endlich im Grünen, genügend Platz, einfach schön. Und dann wurden sowohl mein Vater als auch mein Schwager schwer krank. Es steht also ein Umzug an und gleichzeitig die Sorge um geliebte Familienmitglieder. Und natürlich auch noch der Beruf, der so manche Herausforderungen mit sich bringt.

Den Umzug haben wir gewuppt. Das Berufliche auch. Aber diese verflixten Krankheiten! Bei meinem Schwager muss eine Lebertransplantation gemacht werden. Dazu muss er bis zum Januar 2017 überleben und er braucht einen Spender. Als Spender steht nun mein Partner zur Verfügung. Die Angst wird größer. Die Belastung auch. Ich agiere als Verbindungsglied zwischen den Familien, funktioniere nur noch.

Über meine Ängste rede ich nicht, mit wem auch? Ich will ja nicht noch mehr für Belastung sorgen.“

Der Moment, als plötzlich nichts mehr geht

Und dann steht Weihnachten vor der Tür. Mein Vater kann Gott sei Dank endlich wieder das Krankenhaus verlassen. Er hat sich wieder erholt. Aber mein Schwager muss ins Koma versetzt werden. Ich bin die Starke. Für meinen Partner, meine Schwägerin, meine Schwiegereltern, meine Neffen. Doch es hilft alles nichts: Nach Weihnachten werden die Geräte abgestellt. Es war keine Besserung in Sicht. Und es gab eine entsprechende Patientenverfügung.

Und nun die neue Herausforderung: Den Alltag neu strukturieren. Wieder funktionieren. Doch irgendwann ging es nicht mehr. Ich konnte mich eines Morgens nicht mehr richtig bewegen. Meinen Kopf konnte ich nicht mehr heben, der ganze Körper tat mir weh. Ich wollte nicht mehr aufstehen. Ich wollte nur noch schlafen, konnte das aber nicht. Selbst der Weg zum Bad war so beschwerlich, dass ich oft nur kriechend hinkam.

Meine Diagnose: akute Depression

Glücklicherweise habe ich eine ganz tolle Hausärztin. Sie hat mir zugehört und auch als Erste die Diagnose akute Depression gestellt. Ich wollte keine „Psycho-Pillen”. Hier hatte ich ein Bild von ferngesteuerten Menschen vor Augen. So wollte ich nicht sein. Aber ich wollte, dass mir geholfen wird.

Wenn du Hilfe brauchst oder jemanden zum Reden: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800 / 111 0 111.

So machte ich mich auf die Suche nach einem Therapeuten. Wartezeiten von 6 bis 8 Monaten, auch als Privatpatient. Das hat mich wieder mehr in mein Loch getrieben. „Dann gehen Sie halt in die Klinik, wenn es so schlimm ist.” Naja, so schlimm, dachte ich, ist es ja wohl nicht. Heute weiß ich, es war doch so schlimm. Nur konnte ich das damals nicht erkennen.

Sorge frühzeitig mit einer privaten Krankenversicherung vor!

Mit der privaten Krankenvollversicherung der DKV musst du dich nicht um die Kosten für die Psychotherapie sorgen. Jetzt informieren!

Was bei meiner Depression geholfen hat – und was nicht

Dann hatte ich endlich (nach 3 Monaten) einen Therapeuten gefunden! Und von da an ging es wirklich bergauf. Die Gesprächstherapie und die Hilfestellungen waren für mich die Rettung. Auch dank ihm habe ich mich an Psychopharmaka gewagt. Diese haben mir deutlich besser geholfen.

Aussagen in meinem Umfeld wie: „Du musst doch bloß mal rausgehen” oder: „Stell Dich nicht so an, das wird schon wieder” waren nicht hilfreich. Frustrierend waren dann Aussagen wie: „Dir fehlt es wohl im Kopf!” oder: „Du spinnst halt.”

Nun, ein gebrochenes Bein sieht man, eine kaputte Seele nicht.“

Mein Therapeut hat mir geholfen, diese Aussagen nicht an mich ranzulassen. Ich habe erfahren müssen, dass ganz wenige Menschen einen Zugang zu psychischen Erkrankungen haben. Auch, dass die meisten Menschen nicht wissen, wie sie mit Betroffenen umgehen sollen.

Sichere dich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell ab!

In Deutschland wird jeder Vierte Berufstätige irgendwann berufsunfähig. Immer öfter sind psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out der Grund.

Informiere dich deshalb über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit bist du finanziell abgesichert, wenn du wegen Krankheit, Unfall oder Invalidität deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.

Depressionen und Beruf

Auf der Reha konnte ich nach 12 Monaten Arbeitsunfähigkeit wieder einen regulären Alltag erleben. So fühlte ich mich danach bereit für ein BEM-Gespräch zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement mit meiner Führungskraft und der Schwerbehindertenvertretung. Die gemeinsam entwickelten Maßnahmen haben mir sehr geholfen, wieder zurück ins Berufsleben und in meine Aufgaben zu finden.

Ich bin von Anfang an offen mit meiner Krankheit umgegangen. Denn ich wollte, dass meine Kolleginnen und Kollegen wissen, was mit mir los ist. Heute weiß ich, dass ich bei ERGO mit Antje Herber eine kompetente Ansprechpartnerin habe. Sie ist Burn-out-Beraterin und Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte am Standort Hamburg.

Mein Tipp: Erkundige dich bei deinem Arbeitgeber nach einem qualifizierten Ansprechpartner, der dich unterstützt.“

Meine Erfahrungen mit Depressionen teile ich im ERGO Netzwerk Inklusion. Auch biete ich mich als Gesprächspartnerin für Betroffene und Angehörige sowie Kollegen an.

Und zum Schluss noch eine Bitte: Sei achtsam mit dir selbst. Wie ich am eigenen Leib erfahren durfte: Wer für andere sorgen will, muss erst einmal für sich selbst sorgen.“

Kennst du schon die DKV Gesundheitswelt mit der Themenwelt Mentale Gesundheit? Dort findest du Infos zu seelischen Erkrankungen und viele Tipps, wie du im Alltag psychisch gesund bleibst.

Schau doch gleich mal vorbei!

Du hast auch Erfahrungen mit Depressionen gemacht – direkt oder als Angehöriger eines Erkrankten? Dann schreib doch einen Kommentar – vielleicht hilft er anderen.

#EinfachWeilWichtig

[1] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html


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