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Endometriose: die unbekannte Frauenkrankheit

Alisa Philbert

Wusstest du, dass in Deutschland 8 bis 15 % aller Frauen zwischen Pubertät und Menopause an Endometriose erkranken?[1] Betroffen ist vor allem die Altersgruppe zwischen 35 und 45 Jahren. Und jährlich kommen 40.000 Frauen hinzu. Damit zählt Endometriose zu den häufigsten Frauenkrankheiten. Und obwohl so viele Frauen unter Schmerzen leiden, ist Endometriose bis heute eher unbekannt. Wie sich die Krankheit zeigt und wie sie behandelt werden kann, verrate ich dir heute.

Als mir meine Freundin von ihrer Diagnose erzählte, war ich erstmal ratlos. Sie berichtete von Unterleibsschmerzen bis zur Bewusstlosigkeit, Müdigkeit und immer wieder auch Bauch- und Rückenschmerzen. Meist vor und während ihrer Menstruation, aber manchmal sogar unabhängig davon. Endometriose ist der Fachbegriff für die Krankheit, die diese Symptome verursacht. Doch bis zur Diagnose war es ein weiter Weg für meine Freundin.

Damit ich mich besser auskenne und sie bestmöglich unterstützen kann, habe ich viel über Endometriose recherchiert. Meine Erkenntnisse will ich heute mit dir teilen.“

Auch wenn die Krankheit immer mehr Aufmerksamkeit findet und auf Social Media Influencerinnen und Creators über Endometriose aufklären, dauert es bei vielen Betroffenen lange bis zur Diagnose. Ärzte, die mit dieser Krankheit noch nicht vertraut sind, und eine hohe Schmerztoleranz bei Frauen sorgen dafür, dass Endometriose oft unentdeckt bleibt. Dazu die Frage nach einer geeigneten Therapie. Auch meine Freundin sucht noch immer nach der richtigen Behandlung.

Laut ERGO Risiko-Report 2022 hoffen vor allem Frauen auf den medizinischen Fortschritt: 48 % sind zuversichtlich, dass schwere Krankheiten dank neuer Behandlungsmethoden und Arzneimittel geheilt werden können.

Was ist Endometriose? Von den Ursachen zur Diagnose

Endometriose ist eine Krankheit, die viele Frauen von der Pubertät bis zu den Wechseljahren betrifft. Bei einer Endometriose treten Zysten sowie Entzündungen an den Eierstöcken, dem Darm oder auch am Bauchfell auf. Durch die Wucherungen entstehen starke Schmerzen, die während der Menstruation, aber auch zwischendrin auftreten können. Das Gewebe der Wucherungen ähnelt dem der Gebärmutterschleimhaut. Die Entzündungsherde wachsen mit den hormonellen Zyklen und bluten. Die Gefahr: Endometriose-Herde sorgen nicht nur für extreme Schmerzen, sondern breiten sich auch aus (metastasieren gutartig) und können bleibende Schäden an Organen verursachen. Die Folgen von Endometriose können vielfältig sein:

  • Chronische Entzündungen
  • Vernarbungen
  • Verwachsungen
  • Organschäden
  • Ungewollte Kinderlosigkeit
  • Veränderung des Hormonhaushalts
  • Auswirkungen auf das Immunsystem

Doch bis zur Diagnose Endometriose dauert es manchmal Jahre. Im Schnitt liegen 6 Jahre zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Diagnose. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, welche Schmerzen Endometriose-Patientinnen aushalten müssen. Die Ursachen sind unterschiedlich: Manche Patientinnen haben erst gar keine Schmerzen. Andere leiden massiv unter Beschwerden während der Menstruation oder haben immer wieder Bauchweh im Alltag, tun das aber als normal ab. Andere wiederum fallen in Ohnmacht, so stark sind die Schmerzen.

Auch Mediziner erkennen nicht immer die Anzeichen von Endometriose. Wer den Verdacht hat, betroffen zu sein, kann auch direkt den Weg zu einem Endometriose-Zentrum einschlagen. Dort sitzen Experten, die sich oft besser mit der Krankheit auskennen und sie schneller diagnostizieren können als normale Gynäkologen.

Was sind die Symptome von Endometriose?

Um Endometriose zu erkennen, hilft es, mit den Symptomen der Krankheit vertraut zu sein. Die häufigsten Symptome sind:

  • Starke Menstruationsschmerzen
  • Rücken- und Bauchschmerzen vor und während der Menstruation, die bis in die Beine ausstrahlen können
  • Starke und unregelmäßige Monatsblutungen
  • Infekte während der Periode
  • Schmerzen während oder nach dem Sex
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen bei der Untersuchung beim Frauenarzt
  • Ungewollte Kinderlosigkeit
  • Müdigkeit oder Erschöpfungssymptome (Stichwort: Fatigue)

Ein Tipp: Es gibt Apps, die helfen, ein Schmerztagebuch zu führen.“

Viele Betroffene, die Endometriose-Herde haben, kämpfen nicht nur mit Schmerzen. Vielmehr sind sie dauerhaft müde und erschöpft. Das liegt an den Entzündungen im Körper, die die Frauen auslaugen. Denn Endometriose ist nicht nur einfach eine Erkrankung der Fortpflanzungsorgane, sie wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Und langfristig auch auf die Seele der betroffenen Frauen – vor allem dann, wenn sie nicht diagnostiziert und behandelt wird.

Diagnose Endometriose: So stellt ein Arzt die Krankheit fest

Falls du den Verdacht hast, unter Endometriose zu leiden, solltest du nicht bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung warten. Suche besser zeitnah das Gespräch mit deiner Gynäkologin.

Mein Tipp: Wende dich im Zweifel direkt an ein Endometriose-Zentrum.“

Schildere deiner Ärztin ausführlich deine Beschwerden und Symptome, sodass sie im Gespräch einen ersten Eindruck bekommen kann. Für Ärzte kann es hilfreich sein, wenn Patientinnen schon im Vorfeld Tagebuch führen, wann die Schmerzen in welcher Stärke auftreten.

Besteht der Verdacht, dass Endometriose-Herde vorhanden sind, folgt nach der Anamnese eine Untersuchung. Dabei tastet die Ärztin die Patientin ab und macht auch einen Ultraschall der Bauchdecke. Manchmal kann auch eine Darmspiegelung oder eine Kernspintomographie hilfreich sein, um die Endometriose-Herde und das betroffene Gewebe genau zu erkennen.

Doch aufgepasst: Auch wenn die Untersuchungen einen Verdacht auf Endometriose ergeben, hilft nur eine OP, um eine tatsächliche Diagnose zu stellen. Bei einer Bauchspiegelung wird auffälliges Gewebe entnommen und untersucht. Wer also sichergehen will, lässt die minimalinvasive Behandlung durchführen. Die gute Nachricht: Hast du wirklich Endometriose-Herde, können diese auch entfernt werden.

Therapiemöglichkeiten bei Endometriose: ausprobieren!

Endometriose ist leider nicht heilbar. Trotzdem gibt es mittlerweile ganz gute Therapieansätze, um das Leid der Patientinnen zu verringern.

Wichtig: Oft müssen Frauen verschiedene Versuche wagen, bis sie die beste Therapie für sich finden.“

Endometriose kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Je nach Grad ergeben sich verschiedene Therapieoptionen. Ebenfalls wichtig für die richtige Behandlung: Wie alt ist die Patientin – und hat sie einen Kinderwunsch? Denn gerade der Weg zum Wunschkind kann mit Endometriose ein steiniger sein.

Verursachen die Endometriose-Herde keinerlei Beschwerden und zeigen sie keine Wachstumstendenz, bleibt die Frage nach dem Kinderwunsch. Gibt es keinen, muss auch keine Behandlung angestrebt werden. Besteht jedoch der Wunsch, schwanger zu werden, gilt dasselbe wie für alle Endometriose-Stadien mit Schmerzen: Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser die Prognose für Schmerzfreiheit, Heilung und Fruchtbarkeit.

Endometriose-Behandlung: Medikamente, Hormontherapie, Entfernung der Endometriose-Herde

Für die handfeste Diagnose und die Entfernung der Endometriose-Herde empfehlen Ärzte immer eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Wer eine OP scheut, kann erst mal schauen, ob Medikamente wie Schmerzmittel die Symptome lindern können. Zusätzlich kann eine Hormontherapie mit der Pille für Erleichterung sorgen.

Aber aufgepasst: Gerade eine Hormontherapie hat auch Nebenwirkungen, die du mit deiner Frauenärztin besprechen solltest. Allgemein gilt: Bei einer schweren Endometriose und Frauen mit akutem Kinderwunsch wird in der Therapie auf eine Operation gesetzt. Für leichtere Verläufe und bei Frauen ohne aktuellen Kinderwunsch empfehlen Mediziner meistens erst mal eine Hormontherapie, um die Schmerzen zu lindern.

Läuft es doch auf eine OP hinaus, sind die Erfolgsaussichten sehr gut: Viele Patientinnen werden nach einer Laparoskopie doch noch auf natürlichem Weg schwanger. Einziger Wermutstropfen: Manchmal ist eine Operation mehrfach nötig, weil die Endometriose wieder wächst.

Manche Frauen mit leichter Endometriose setzen auf alternative Heilungswege wie Akupunktur, Homöopathie und pflanzliche Medikamente. Einige Patientinnen berichten auch, dass gesunde Ernährung und Sport helfen, die Schmerzen in Schach zu halten.

Die gute Nachricht für alle Endometriose-Patientinnen: Mit den Wechseljahren kommt die Erkrankung zur Ruhe und die Schmerzen sind dann meistens Geschichte.

Tipp: Da viele Extra-Untersuchungen bei Endometriose helfen können, kann es Sinn ergeben, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Damit wirst du trotz Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung von den Fachärzten wie eine Privatpatientin behandelt.

10 Tipps gegen die Schmerzen bei Endometriose

Neben einer Behandlung, die von einem Arzt begleitet wird, gibt es auch ein paar Hausmittelchen und natürliche Medikamente, die du einmal ausprobieren kannst. Manchen Frauen helfen diese Tipps, sich während der Periode wohler zu fühlen. Hier kommen 10 Tipps, die das Leben mit Endometriose leichter machen können:

  • Heizkissen bei Zyklusbeschwerden
  • Wärmflasche für deinen Bauch
  • Wärmepflaster für den Rücken
  • Warme Badewanne mit Salzen zur Entspannung des Körpers
  • Pfefferminztee für deinen Darm
  • Sport und Bewegung gegen die Krämpfe
  • Yoga-Stellungen zur Entspannung, z. B. die Child’s Pose
  • Bequeme Kleidung an Menstruationstagen
  • Verzicht auf entzündungsfördernde Nahrungsmittel wie Zucker, Milch und Weißmehl
  • Austausch mit anderen Betroffenen

Kinderwunsch und Endometriose: Die Auswirkung auf eine Schwangerschaft

Für viele Frauen ist die Diagnose Endometriose ein Schock. Nicht nur wegen der Schmerzen, sondern wegen der ungewollten Kinderlosigkeit, die Endometriose auslösen kann. Tatsächlich ist es – wie schon angedeutet – für viele Betroffene schwerer, sich den Wunsch nach einer Schwangerschaft zu erfüllen. Denn Endometriose beeinflusst die Einnistung befruchteter Eizellen in die Gebärmutter. Daher haben Frauen mit der Krankheit oft viele Hürden zu meistern, um schwanger zu werden.

Je schneller man eine Diagnose hat, desto eher kann geholfen werden. Bei einer schweren Endometriose und einem Kinderwunsch empfehlen Gynäkologinnen in der Regel eine Operation, in der die Endometriose-Herde entfernt werden. Anschließend kann eine 3- bis 6-monatige Hormontherapie helfen, die Endometriose einzudämmen. Viele Frauen werden nach dieser Therapie doch noch auf natürlichem Weg schwanger. Wer den Verdacht hat, an Endometriose erkrankt zu sein, sollte deshalb frühzeitig mit seinem Arzt sprechen und alle Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen.

Durch meine Recherchen kann ich meine Freundin jetzt besser unterstützen. Du hast eigene Erfahrungen oder noch mehr Tipps? Dann schreib sie in die Kommentare!

[1] https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose.html


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