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Fünf Tipps für einen sicheren Pferdetransport

Catharina Witt

Es gibt viele verschiedene Gründe für Pferdebesitzer, ihr Pferd zu transportieren. Einige Reiter fahren fast jedes Wochenende mit ihrem Pferd zu Turnieren, teilweise quer durch Deutschland. Andere fahren mit ihrem Pferd in den Urlaub oder machen einen gemeinsamen Ausflug ans Meer. Es gibt leider auch nicht so erfreuliche Gründe, ein Pferd zu transportieren: Wenn das Pferd eine Kolik hat und der Tierarzt zuhause nicht mehr helfen kann, muss man mit dem Pferd in die Klinik fahren. In einem solchen Notfall muss es schnell gehen. Ich kenne diese Situation leider aus eigener Erfahrung: Meine Stute Emmi musste zwei Mal wegen Koliken operiert werden und ich kann nicht mehr an einer Hand abzählen, wie oft ich insgesamt schon mit ihr in der Klinik war. Die gute Nachricht vorab: Emmi hat ihre Operationen gut überstanden und der letzte Klinikaufenthalt ist mittlerweile schon ein paar Jahre her. Dennoch ist mir in diesen Situationen bewusst geworden, wie wichtig es ist, jederzeit für einen Transport gewappnet zu sein. Die wichtigsten Dinge sollte man bereits vorab geregelt haben.

Wie das Pferd in den Transporter kommt

Dazu gehört zunächst, dass das Pferd sich gut auf den Anhänger verladen lässt. Gerade in Notfällen ist es extrem wichtig, dass das Pferd routiniert und entspannt in den Anhänger einsteigt. Es gibt viele verschiedene Methoden, um das Verladen zu trainieren. Meiner Meinung nach gibt es nicht die eine richtige Methode, sondern jeder sollte für sich und sein Pferd herausfinden, was im individuellen Fall am besten hilft. Es gibt spezialisierte Trainer, die zu euch in den Stall kommen und mit euch und eurem Pferd vor Ort üben können.

Bürokratische Dinge beim Verladen des Pferdes

Ein weiterer Punkt sind die „bürokratischen Dinge“. Dazu gehören neben einem gültigem TÜV und regelmäßigen Inspektionen des Zugfahrzeugs auch die entsprechenden Versicherungen von Fahrzeug und Anhänger. Auch darum sollte man sich vorab kümmern, um sich im Notfall keine weiteren Gedanken machen zu müssen. Wichtig zu wissen ist hier: Solange der Anhänger ausschließlich Pferde transportiert und mit dem Zugfahrzeug verbunden ist, ist der Pferdeanhänger von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Zugfahrzeugs mit abgedeckt. Sobald mit dem Anhänger auch andere Dinge transportiert werden sollten – bei einem Stallwechsel zum Beispiel das Zubehör – benötigt man eine zusätzliche Anhänger-Haftpflichtversicherung.

Wer sich voll und ganz absichern will, kann außerdem eine Teil- oder Vollkaskoversicherung für den Pferdeanhänger abschließen. Rund um den Transport von Pferden gibt es so viel zu bedenken, dass es mir persönlich ein gutes Gefühl gibt, für den Fall der Fälle optimal versichert zu sein.

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Wenn es dann losgeht mit dem Transport, gibt es natürlich noch viel mehr zu beachten, damit Pferd UND Reiter entspannt und sicher ans Ziel kommen. Meine fünf Grundregeln lauten:

1) Anhänger gut vorbereiten

Um den Transport für das Pferd so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte der Anhänger vor dem Verladen gut vorbereitet werden. Ich habe ein großes Heu-Netz im Hänger, dass ich jedes Mal frisch befülle. Das hilft gegen die Langeweile unterwegs. Außerdem streue ich den Anhänger mit Spänen ein – das ist gesetzlich auch erforderlich. Bei längeren Transporten und grundsätzlich im Sommer habe ich außerdem einen Wasserkanister dabei. So kann man unterwegs tränken, falls man beispielsweise in einen Stau gerät.

2) Technik prüfen

Vor jedem Transport sollte geprüft werden, ob die Scheinwerfer funktionieren. Besonders wichtig: Bremslicht und Blinker prüfen. Beide sind für eine sichere Fahrt mit dem Anhänger extrem wichtig.

3) Das Verladen vom Pferd kommt zuletzt

Ich verlade das Pferd erst dann, wenn alles andere vorbereitet ist. Die meisten Pferde sind auf dem Anhänger erstmal nervös und entspannen sich, wenn die Fahrt losgeht. Also: Anhänger fertig machen, Proviant einpacken, nochmal auf die Toilette gehen und erst dann das Pferd verladen.

4) Das Pferd in Ruhe verladen

Plant genügend Zeit für das Verladen eures Pferdes ein, um sicherzugehen, dass kein Stress entsteht. Nehmt am besten eine zweite Person dazu, die euch unterstützt. Ihr führt das Pferd auf den Anhänger, der Helfer schließt die Stange hinter dem Pferd und erst danach (!) wird das Pferd angebunden. Anschließend wird die Klappe geschlossen.

5) Vorausschauendes Fahren

Das Fahren mit Anhänger ist eine ganz andere Art des Fahrens. Man muss in Gedanken immer schon drei Schritte weiterdenken. Abgesehen davon, dass der Bremsweg mit einem 600kg-Pferd auf dem Anhänger ohnehin länger ist, müssen abrupte Bremsmanöver auch vermieden werden, um die Sicherheit des Pferdes nicht zu gefährden. Wenn es mal eng wird oder ihr bedrängt werdet, versucht Ruhe zu bewahren. Leider können nicht alle Autofahrer nachvollziehen, dass man mit einem Pferdeanhänger mit angepasster Geschwindigkeit fahren muss.

Mein nächster Grund für einen Pferdetransport ist glücklicherweise sehr erfreulich: Das Pferd einer Freundin, um das ich mich in den nächsten Monaten kümmern werde, zieht in einen tollen, neuen Stall. Ich freue mich schon sehr auf den Umzug und bin mir sicher, wir werden den Transport entspannt meistern.

„Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Ausflug mit Pferd und eine allzeit gute Fahrt!“

 

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