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Woran du erkennst, dass du eine Helikopter-Mutter bist 

Anne

Eines vorweg: Eltern sein ist heute schwieriger denn je. Wir Frauen sind in der Rush-Hour unseres Lebens, sollen Kinder erziehen, pädagogisch wertvoll basteln, den mental Load wuppen und im Job Höchstleistungen bringen. Dabei geraten wir manchmal in die Helikopter-Falle.

Instagram zeigt uns, welche Produkte unsere Kinder unbedingt brauchen, um glücklich zu sein. In Mütter-Foren tauschen wir uns über Erziehungstricks und Frühförderkurse aus. Und so nebenbei wollen wir das Klima retten. Gar nicht so einfach, oder?

Aber sollen wir, nur weil die Welt komplexer geworden ist, nun auch noch unseren Kindern jeden Stein aus dem Weg räumen?

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Welches Signal Helikoptereltern ihren Kindern geben

Du vertraust nicht auf das Können deines Kindes. Egal ob beim Klettergerüst, dem Streit am Spielplatz oder beim Schneiden von Obst: Scheitern ist wichtig. Kinder müssen sich dem eigenen Versagen stellen, denn auch später im Leben werden wir immer wieder versagen und trotzdem weitermachen müssen. Kinder bauen beim Scheitern eine Frustrationstoleranz und Lösungskompetenz auf, die sehr wichtig für das weitere Leben ist. Experten raten daher zu einer „kultivierten Vernachlässigung“ bei Kindern. Denn: Kinder, die sehr früh alles abgenommen bekommen, werden sich in dieser Bequemlichkeit wohlfühlen. Das Kind entwickelt somit keine Eigenverantwortung.

Warum es schlecht ist, die Kinder ständig zu beschäftigen

Langeweile sind Kreativzeiten, in denen Kinder Abenteuer erleben. Das kindliche Spiel ist Arbeit und dient der Entwicklung des Gehirns. Es ist hinlänglich bekannt, dass Langeweile zu den wichtigsten Triebfedern der kindlichen Entwicklung und Kreativität gehört. Führende Hirnforscher und Erziehungswissenschaftler haben zahlreiche Bücher über die Langeweile bei Kindern und den Umgang damit geschrieben. Eine zentrale Forderung der Experten darin ist stets: Langeweile zulassen! Eltern sind Eltern, keine Entertainer. Tätigkeiten, die ein Wagnis sind, sollte man den eigenen Kindern trotzdem einmal zutrauen.

Warum Selbstwirksamkeit für Kinder wichtig ist

Das Vertrauen in das eigene Können und Fähigkeiten ist wichtig für jeden Menschen. Was, wenn eine Ärztin im OP nicht auf ihr Können vertrauen würde? Oder wenn ein Pilot zitternd und mit nassen Händen das Flugzeug steuern würde? Ungutes Gefühl, oder? Kinder müssen Selbstvertrauen erst aufbauen, damit sie mutig und selbstbewusst sein können, sie müssen lernen, dass sie etwas beeinflussen und bewirken können. Nur so wird es sich auch leichter etwas zutrauen. Das funktioniert nur, wenn Eltern ihren Kindern vertrauen. Das pädagogische Prinzip von Maria Montessori ist hier hilfreich: „Hilf mir, es selbst zu tun!“

Ab wann gilt man als Helikopter-Mutter?

Eines vorweg: Ein Baby kann man nicht überbehüten, aber sobald ein Kind eigene Wege geht, sollte man auch loslassen können und behutsam zur Selbständigkeit anleiten. Die Bestsellerautorinnen von „Das gewünschteste Wunschkind“ sehen es so: „Ich interveniere nicht, wenn ich sehe, mein Sohn wird sich gleich die Finger einklemmen. Wenn außer Schmerz nichts weiter passieren kann, dann lasse ich das zu und tröste ihn hinterher. Ich handle nach dem Motto: ‚Kleine Unfälle verhindern große Unfälle.‘

Beobachte dich als Mutter daher selbst. Wenn dir diese acht Dinge bei dir selbst auffallen, dann schalte einen Gang zurück:

1) Du lässt dein Kind nie aus den Augen

2) Du siehst Gefahren, wo keine sind

3) Du willst ständig helfen oder eingreifen

4) Du betreust die Hobbys deines Kindes

5) Du hältst Enttäuschungen von deinem Kind fern

6) Du lässt dein Kind nicht warten und erfüllst sofort seine Wünsche

7) Du übst großen Leistungsdruck aus

8) Du respektierst die Entscheidungen deines Kindes nicht und triffst diese in seinem Namen

Raus aus der Helikopter-Falle

Aus der Spirale der Überbehütung können Helikopter-Eltern und ihre Kinder nach und nach ausbrechen.

  • Das Kind muss seine Grenzen austesten. Das bedeutet für kleinere Kinder, etwa auf dem Spielplatz nicht sofort einzugreifen, wenn es sich mit einem anderen Kind streitet. Häufig lösen Kinder Konflikte auch ohne die Intervention von Erwachsenen.
  • Spielsachen und Bücher in Augenhöhe der Kinder verstauen, damit diese sich selbst beschäftigen können.
  • Schulkindern beim Hausaufgabenmachen nicht ständig helfen: Erfolgserlebnisse fördern das Selbstvertrauen und motivieren dein Kind zu selbstständigem Arbeiten.
  • Einen überschaubaren Schulweg kann ein Kind ab acht Jahren allein bewältigen. Anfangs kannst du mit ihm gemeinsam den Weg einüben, bis du sicher bist, dass das Kind gefahrlos zur Schule kommt. Auf diese Weise erhält es Selbstsicherheit und lernt Verantwortungsbewusstsein.
  • Dein Kind hat seine Jause oder seinen Turnbeutel zuhause vergessen? Erliege nicht der Versuchung, ihm diese Dinge in die Schule nachzubringen. Innerhalb kurzer Zeit wird es zur Gewohnheit werden, alles Nötige einzupacken. Kinder lernen aus ihren Fehlern!
  • Lass dir im Haushalt helfen. Schon kleine Kinder haben Spaß daran und werden ohne Zwang zu Selbstständigkeit erzogen.
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