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Hund an Bord – was beim Transport im Auto zu beachten ist

Alisa Philbert

Hundebesitzer kennen das: Wenn man einmal eine Fellnase in die Familie aufgenommen und sich in sie verliebt hat, möchte man sie am liebsten immer an der Seite haben. Und dazu gehört natürlich auch, dass der Hund auch im Auto mitfahren muss, da nicht immer alles zu Fuß oder mit Fahrrad zu erreichen ist. „Muss“ ist vielleicht das falsche Wort. Die meisten Hunde (zumindest die, die ich kennengelernt habe) finden Autofahren toll. Aber natürlich gibt es auch welche, die es lieber meiden, in ein Auto zu hüpfen.

In Filmen und auf Bildern sieht man immer wieder Hunde, die beim Autofahren den Kopf aus dem Fenster halten. Stolz thronen sie auf dem Beifahreresitz und lassen sich den Wind um die Schlabberohren wehen. Aber ist das in Deutschland eigentlich erlaubt?

Was muss ich beachten, wenn ich meinen Hund im Auto transportiere? Welche Vorschriften gibt es und wie kann ich meinem Hund am meisten Sicherheit gewähren?

Wenn man seinen Hund nicht ordnungsgemäß und vernünftig im Auto unterbringt, wird die Autofahrt schnell zu einer Gefahr für einen selbst, für andere Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt auch für euren Hund. Ein Hund, der frei durchs Auto hüpft, kann den Fahrer schnell ablenken und einen Unfall verursachen. Bei einer Vollbremsung wird ein ungesicherter Hund schnell zu einem Geschoss. Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h verdreißigfacht sich das Gewicht eines Hundes mit einem Gewicht von 20 kg – und er wird mit ca. 600 kg Aufschlagskraft nach vorne geschleudert.

Was sagt das Gesetz?

In der Straßenverkehrsordnung gilt ein Hund als „Ladung“, der dazugehörige Gesetzestext lautet:

„Die Ladung ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann.“

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Dass der geliebte Vierbeiner emotionslos als „Ladung“ bezeichnet wird, darüber mag man sich streiten. Allerdings nicht darüber, dass der Hund dementsprechend gesichert ist. Denn sonst sieht das Gesetz ein Bußgeld von 30 Euro, bei Gefährdung oder Sachbeschädigung sogar bis zu 75 Euro und 1 Punkt in Flensburg, vor.

Ist der Hund ordnungsgemäß im Auto untergebracht, sollte es bei einem Unfall auch keine Probleme mit der KFZ-Versicherung geben. Wenn allerdings festgestellt wird, dass der Hund nicht ausreichend gesichert war oder gar den Unfall verursacht hat, wird die Teil- oder Vollkaskoversicherung nicht mehr für den (gesamten) Schaden aufkommen. Auch über die private Haftpflichtversicherung sind Sach- und Personenschäden durch den eigenen Hund meist nicht abgedeckt. Das wird sehr schnell teuer – wenn Menschen zu Schaden kommen, kann es sogar in die Millionenhöhe gehen.

Absicherung schafft hier eine Hundehaftpflichtversicherung, die in einigen Bundesländern sogar verpflichtend ist. In anderen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung je nach Größe, Rasse oder Verhaltensauffälligkeiten des Hundes verpflichtend. Eine Hundehaftpflicht haftet in der Regel für Sach- und Personenschäden durch den Hund, auch bei grober Fahrlässigkeit des Halters.

Wie sichere ich meinen Hund im Auto?

Natürlich richtet sich die Art der Unterbringung im Auto nach den Bedürfnissen des Hundes und nach dem Modell des Autos.

Größere Hunde kann man bei einem entsprechenden Auto-Modell am besten im Kofferraum unterbringen. Hierfür eignet sich eine Transportbox, die fest im Kofferraum montiert wird. Bei mehreren Hunden oder Hunden, die in engen Boxen schnell nervös werden, kann man auch über den Rückenlehnen ein Gitter anbringen. So sind die Hunde frei im Kofferraum, aber können nicht plötzlich über die Rücklehne nach vorne springen.

Kleinere Hunde bringt man am besten in einer Transportbox im Fußraum hinter dem Beifahrersitz unter. So kann der Fahrer die Box im Blick behalten und der Hund kann bei Brems- oder Ausweichmanövern nicht durch den Innenraum des Autos geschleudert werden. Generell sollten kleinere Hunde, wenn möglich, im Fußraum untergebracht werden. Mit speziellen Geschirren, mit denen man die Hunde am Anschnallgurt befestigen kann, ist es auch möglich den Hund auf der Rückbank zu transportieren. Diese Variante bietet sich vor allem an, wenn der Kofferraum zu klein ist für einen großen Hund.

Für einen sicheren und angenehmen Trip für alle Beteiligten, besonders für längere Fahrten, hier noch ein paar Tipps und Regeln:

  • Wird deinem Hund schnell übel oder hat er Magenprobleme, solltest du das Futter darauf einstellen und ggf. mehrere Stunden vor der Fahrt nichts mehr füttern.
  • Achte immer darauf, dass dein Hund genug Zugang zu Wasser und zu frischer Luft hat! Besonders im Sommer wird es im Auto sehr warm und Hunde können größtenteils nur über die Zunge schwitzen. Allerdings sollte der Hund auch nicht zu viel Fahrtfind ausgesetzt werden, um Augenreizungen zu vermeiden.
  • Lasse deinen Hund im Sommer und bei warmen Temperaturen auf keinen Fall alleine im Auto – ab 20°C im Schatten wird es lebensgefährlich!
  • Regelmäßige Pausen helfen, den Stresspegel des Hundes zu senken und ihn zu entspannen.
  • Bevor die erste längere Fahrt ansteht, solltest du den Transport im Auto üben und sicherstellen, dass er sich auch über kurze Strecken hinaus während der Fahrt wohl fühlt.

Ich wünsche allen Fellnasen und ihren Frauchen/Herrchen eine sichere und gute Fahrt!

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