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Das Lastenrad für mehr Lebensqualität

Andrea Tschaban

Lastenräder, auch Cargo Bikes genannt, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch diese Fahrräder sind keine Neuheit. Bereits vor 100 Jahren gehörten sie zum Stadtbild in ganz Europa und wurden von Handwerkern, Spediteuren und Privatpersonen vielseitig genutzt. Im Laufe der Zeit wurden sie allerdings von dem Aufstieg der Automobilindustrie verdrängt. Heutzutage kämpft sich das Lastenrad aber langsam wieder zurück auf die Straße und erlebt eine Renaissance. 

Das Lastenrad als Statussymbol

„Zeig‘ mir dein Lastenrad und ich sag‘ dir, wer du bist.“ Ein Lastenrad sagt über seinen Besitzer mindestens so viel aus, wie ein Auto. Immerhin macht es einen großen Unterschied, ob man den Lastenkorb für seine Kinder, Hund oder Kumpel hergerichtet hat. Der eine freut sich darüber, dass in die meisten Lastenkörbe standardmäßig zwei Getränkekästen passen, der andere fährt bequem mit Kind und Kegel durch die Stadt.

Wie bei einem Vergleich zwischen Sport- und Kleinwagen kann man auch anhand eines Lastenrads bestimmt einige Stereotype festmachen und so manches Vorurteil mag bestätigt werden.

Das Lastenrad als Selbstverwirklichung

Die Bandbreite an unterschiedlichen Lastenradlern ist also mindestens so groß wie die Auswahl an Modellen. Denn auch hier ist Individualismus alles! Und so kann die Konfiguration eines Traum-Bikes echt umfassend werden: mit oder ohne E-Antrieb? Farbe? Lastenkorb vorne oder hinten? Einspurig oder mehrspurig? Wer die Wahl hat, hat die Qual. Zum Glück! Wenn man sich schon ein Lastenrad zulegt, sollte es auch auf die individuellen Bedürfnisse des Radlers zugeschnitten sein. Und außerdem wäre es doch ein Unding, zufällig einer anderen Mutter mit dem gleichen Cargo Bike auf dem Fahrradweg oder Spielplatz zu begegnen! Und das soll jetzt auf gar keinen Fall abwertend geklungen haben, denn genau diese Mütter sind es, die vor allem für den Cargo Bike Boom und die neue Mobilität verantwortlich sind!

Schon in den 1990er Jahren setzte sich das Christiania Bike – quasi das Original Lastenrad – bei den Müttern Dänemarks und den Niederlanden durch, die damit am Stadtverkehr teilnahmen: ganz ohne Auto wurden die Einkäufe bequem nachhause gefahren, die Kinder flott zum Kindergarten gebracht oder abgeholt und für den Hund war auch noch Platz.

Das Lastenrad als Autoersatz

Diese neue Mobilität ist also streng genommen gar nicht mal so neu, sondern schon seit 30 Jahren in den Köpfen vieler Mütter verankert. Und es bestätigt sich: es geht auch ohne Auto! Denn Lastenräder sind umweltfreundlicher und kostengünstiger als ein Kraftfahrzeug. Gleichzeitig bieten sie dennoch den Stauraum eines Kleinwagens. Dazu entfallen die laufenden Betriebskosten für Benzin und die besagte Umweltbelastung durch Abgase. Diese Fakten gefallen dann plötzlich auch den Vätern – sowie Männern im Allgemeinen.

Ein Cargo Bike bringt also auch für andere mehr Lebensqualität durch weniger Autos und die Entlastung der Straßen. Das bedeutet großes Potenzial und Entwicklungsmöglichkeiten vor allem für den Bereich der City Logistik. Bereits heute setzt die Post auf Micro Hubs, Mini-Verteilerzentren im Stadtgebiet, um Pakete mithilfe von Lastenrädern rasch zu ihren Empfängern zu bringen.

ERGO Risiko-Report 2020 Extra

Die aktuelle Situation ist für alle herausfordernd. Unser Denken und Handeln hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Das zeigt auch der ERGO Risiko-Report 2020 Extra zum Thema Mobilität: Seit Beginn der Corona-Krise nutzen 62% der Deutschen seltener das Flugzeug und auch die öffentlichen Verkehrsmittel werden 44% seltener genutzt. Stattdessen fahren 29% der Deutschen nun lieber mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß (34%).

Wie sich unser Denken im Bereich Mobilität sonst noch verändert hat, seht ihr hier.

Das Lastenrad als Geschäftsmodell

Doch die Post ist nicht das einzige Unternehmen, das für logistische Aufgaben Lastenräder nutzt. Auch andere Dienstleister, die auf Schnelligkeit setzen, sind mit Cargo Bikes Teil der Mikro Mobilität von morgen. Wer ein entschleunigtes Geschäftsmodell bevorzugt, kann zum Beispiel als fahrender Verkaufsstand mit einem entsprechend umgebauten Rad Eis und Snacks direkt am See verkaufen. Sind alle hungrigen Mäuler gestopft, strampelt man einfach zu den nächsten Kunden.

Eine Sonderform des Lastenrads kennt man aus dem Ausland – und ist in den Großstädten Deutschlands auch beliebt: Stadtführer zeigen Touristen in ihren Rikschas die Stadt oder fahren sie von A nach B. Vor allem mit kleinen Kindern ist das ein tolle Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, und kann ich nur empfehlen.

Und welches Rad passt nun zu mir?

Die Einsatzmöglichkeiten eines Cargo Bikes, ob nun privat oder gewerblich, sind beinahe unbegrenzt. Doch wie entscheidet man sich für das richtige Modell? Sportliche Fahrer sind mit einem einspurigen Lastenrad gut versorgt. Durch die zwei hintereinander liegenden Räder sind die Bikes wendiger und vereinfachen durch ihre vergleichsweise geringere Größe zudem die Parkplatzsuche.

Man sollte jedoch berücksichtigen, dass diese Art von Lastenrad weniger stabil steht und somit das Be- und Entladen erschwert ist.

Wer mehr auf sicheren Stand und ein komfortables Fahrgefühl steht, sollte sich über mehrspurige Lastenräder informieren. Vor allem Familien werden hier auf ihre Kosten kommen, denn die (meist) mit drei Rädern ausgestatteten Versionen erleichtern das Ein- und Aussteigen für die Kinder. Zudem bieten diese Modelle dank ihrer größeren Transportboxen gleichzeitig mehr Stauraum.

Ohne eine elektrische Antriebsunterstützung sind diese Fahrräder allerdings anstrengender zu fahren! Vor allem das Anfahren und das Fahren auf Steigungen sollte man üben.

Und wie teuer ist das nun?

Ein E-Antrieb macht sich allerdings auch im Geldbeutel bemerkbar: mehrere Tausend Euro müssen dafür mindestens geblecht werden. Grenze nach oben: offen. Einfache Basismodelle sind bereits ab 1.500 € zu erwerben. Doch der Boom scheint gerechtfertigt. Cargo Bikes bieten Fahrspaß, sind praktisch, umweltfreundlich und auch noch gut für die eigene Gesundheit. Einige Arbeitgeber bieten die Möglichkeit, ein Lastenrad per Dienstradleasing kostengünstig zu erwerben. Auf Länderebene gibt es zudem finanzielle Fördermittel, die die Kaufentscheidung positiv beeinflussen sollen. Kein Wunder, dass 2019 der Absatz der Lastenräder um 60 % gestiegen ist und nun allein in 2020 um weitere 50 % ansteigen soll. Da so ein Lastenrad nicht ganz billig ist, macht es Sinn eine Versicherung abzuschließen. Du kannst zum Beispiel dein E-Lastenrad bei deiner Hausratversicherung mit einschließen. Hier kannst du entscheiden, ob du es nur gegen Diebstahl oder zusätzlich auch vor selbst verursachten Unfallschäden und Vandalismus durch eine Kaskoversicherung schützen möchtest.

Unfälle bleiben leider auch hier nicht aus

Wenn etwas passiert, bist du und deine Familie mit dem ERGO Unfallschutz gut abgesichert. Er bietet dir auf Wunsch haushaltsnahe Hilfen, Pflegeleistungen, einen Mobilitäts-Service sowie Rehabilitationsmaßnahmen. Außerdem eine finanzielle Absicherung, wenn etwas zurückbleibt.

Hattet ihr schon mal darüber nachgedacht euch ein Lastenrad zuzulegen? Lasst uns gerne einen Kommentar da.


6Kommentare

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Kommentare

  • Simon Antworten

    Auf dein-lastenrad.de sind Intiativen zu finden, wo man sich Lastenräder leihen kann und neue Gruppen gemeinsame Lastenräder auf den Weg bringen können.

    Und es werden immer auch Sponsoren gesucht! Es werden immer mehr Gruppen, die Räder verleihen, überall in Deutschland.

    Und nicht jeder braucht so ein Rad jeden Tag!

  • Heiko Antworten

    Bin jetzt 2 Jahre Autofrei und vermisse es nicht. Lastenrad fahren macht einfach Spaß und ist viel günstiger. Mit dem gesparten Geld ist in ein Selbstbau-LR-Projekt entstanden.

  • Frieda Antworten

    Hallo Heiko, was für ein Selbstbau-LR-Projekt ist denn entstanden?

  • Carina Kockelke Antworten

    Hallo Heiko,

    wie schön, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Bei dem Selbstbau-LR-Projekt bin ich jetzt auch ganz neugierig geworden. Kannst du das näher erklären?

    Viele Grüße von Carina aus dem Social Media Team

  • Heiko Antworten

    Hallo zusammen,

    Das Ziel war eine kostengünstige Selbstbau-Alternative zu den doch mittlerweile recht preisintensiven Serien-Lastenrädern zu entwickeln. Anfang des Jahres habe ich das Holz-Lastenrad Projekt dann fertig gestellt, es ist noch nicht 100pro, aber als Basis für eigene Weiterentwicklung sicher gut brauchbar. Jetzt bin ich dabei eine Website dazu aufzubauen:
    https://freiraum-holzgestaltung.de/woodi/
    (die hatte ich hier schon mal reingeschrieben, war aber dann nicht sichtbar) – Das Holzrad ist bei weitem nicht so filigran wie die üblichen Holzfahrräder – Das Ergebnis hat mich vom Fahrverhalten her dann doch überrascht, es fährt sich viel leichter als es aussieht und die Baukosten waren am Ende dann im Vergleich zu Serien-LR doch sehr günstig…(deshalb habe ich auch diese Bauanleitung dazu geschrieben, was vielviel viel länger gedauert hat, als der ganze Fahrrad-Bau 🙂

    Viele Grüße
    Heiko

  • Carina Kockelke Antworten

    Hallo Heiko,

    das klingt wirklich toll. Eine richtig tolle Idee. Und wenn es auch noch schnell nachzubauen ist, wirklich eine tolle Alternative zum gekauften Lastenrad.
    Vielen Dank für deine tolle Idee 🙂

    Liebe Grüße aus dem Social Media Team

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