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Mein Traum vom eigenen Pferd

Alisa Philbert

Wusstest du, dass 1,32 Mio. Deutsche in der Freizeit regelmäßig reiten gehen? Eine davon bin ich. Seit mittlerweile 20 Jahren steige ich in den Sattel. Meine Großeltern wohnten schon immer sehr ländlich und als ich klein war, hat mich mein Opa immer mit zum Ponyreiten begleitet. Meine Eltern schenkten mir dann zu meinem 5. Geburtstag Reitstunden. Ab diesem Zeitpunkt war er da: mein Traum vom eigenen Pferd. 

„Hier erfährst du, wie ich mir meinen größten Wunsch selbst erfüllt habe. Und wieso ich froh bin, dass mir meine Eltern nie ein Pony gekauft haben.“

Als ich älter wurde, bekam ich ein wundervolles Pony als Reitbeteiligung: Punky. Als ich zu groß für ihn wurde, musste ich auf ein Pferd umsteigen. Doch ein eigenes gab es leider immer noch nicht …

Anfang 2019 fand ich eine neue Reitbeteiligung, die in einem wunderschönen Offenstall stand. Die Tiere dort waren so ausgeglichen und glücklich, dass mein Wunsch nach einem eigenen Pferd immer größer wurde. Also ging ich auf die Suche.

Was waren meine Kriterien?

  • Rasse: egal, Warmblut vom Sportpferdetyp, aber robust (für Offenstallhaltung geeignet)
  • Alter: 7 bis 10 Jahre
  • Ausbildungsstand: geländesicher, A-Dressur, A-Springen
  • Größe: 1,60 bis 1,70 m
  • Geschlecht: Wallach
  • Preis: im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten
  • Gesund!

Ich kann dir sagen: Von all meinen Kriterien wurden ganze 3 erfüllt. Und wieso? Weil ich keine Erfahrung im Pferdekauf hatte und mich niemand so richtig unterstützen konnte. Ohne jemanden, der sich wirklich gut auskennt, ist der Pferdekauf ein großes Risiko.

Allein schon deshalb bin ich froh, dass meine Eltern mir nie ein Pony gekauft haben: Es wäre mit Sicherheit schiefgelaufen. Denn im Pferdehandel sind viele schwarze Schafe unterwegs, die Unwissenheit ausnutzen.

„Mein Tipp: Nimm dir unbedingt jemanden mit, der wirklich viel Erfahrung im Pferdekauf hat.“

Beim Pferdezüchter

Ich war bei einem Züchter, um mir ein Pferd anzuschauen, das alle meine Kriterien erfüllte. Doch beim Probereiten sprang der Funke einfach nicht über. Die Verkäufer sagten dann zu mir, sie hätten noch ein Pferd in meinem preislichen Rahmen da, es ist aber erst 4 Jahre alt.

Es schüttete wie aus Eimern und die Pferde waren auf riesigen Koppeln draußen. Wir holten also den 4 jährigen Wallach in die Halle, um ihn im Trockenen besser anschauen zu können. Er hat mich von ersten Augenblick an mit seiner Ausstrahlung verzaubert.

Anfangs war er ziemlich aufgeregt, da er nicht verstanden hat, was gerade passiert. Nach kurzer Zeit hatte er sich beruhigt und ich konnte in den Sattel steigen. Um ehrlich zu sein: Als ich mich auf seine Rücken geschwungen habe, wusste ich schon: Das ist mein Pferd.

Eine Woche später habe ich einen zweiten Termin zum Probereiten vereinbart. Ich wollte ausreiten gehen, um zu sehen, wie er sich dabei verhält. Bei Ausritt war er auch super brav. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass das sein aller erster Ausritt war! Da beschloss ich: Wenn die Ankaufsuntersuchung (AKU) passt, nehme ich ihn.

Den Pferdekauf vorbereiten

Also bin ich eine Woche später wieder zum Pferdezüchter gefahren und habe den Tierarzt zur AKU bestellt. Da der Züchter 200 km von uns entfernt war, konnte ich keinen Tierarzt von zu Hause mitnehmen und musste auf den des Züchters vertrauen – der nächste Anfängerfehler.

„Mein Tipp: Ruf am besten einen unabhängigen Tierarzt aus der Verkaufsgegend an und frag ihn nach seiner Einschätzung. Denn eine unabhängige Meinung ist immer am besten.“

Die AKU verlief positiv und so war klar: Ich werde das Pferd kaufen, auch wenn der Ausbildungsstand des jungen Wallachs sehr gering war. Leider war am Preis nichts zu machen, aber ich habe zumindest einen Sattel dazu bekommen. Immerhin. Denn es ist nicht nur der Kaufpreis des Pferdes, der ein riesen Loch in den Geldbeutel reißt, sondern auch das Zubehör. Angefangen bei Halfter und Trense über Schabracken und Sattel bis hin zu Decken und Pflegeprodukten.

Zum Glück hat sich die Frage der Unterbringung schnell geklärt: In dem tollen Offenstall meiner Reitbeteiligung wurde ein Platz frei. Also musste nur noch der Pferdetransport organisiert werden. Doch ich hatte kein Ziehfahrzeug, keinen Hänger, keinen Hänger-Führerschein – wirklich nicht die besten Voraussetzungen für einen Pferdekauf …

Meine Rettung: Eine Freundin hatte alles und war auch bereit, mein neues Pferd mit mir abzuholen. Mein Kindheitstraum sollte tatsächlich wahr werden!

Nach dem Pferdekauf

Endlich zu Hause angekommen, hat das Pferd sich schnell eingelebt. Aber für mich ging der Stress erst richtig los. Deshalb hier noch ein paar Tipps, damit es für dich nach dem Pferdekauf einfacher wird:

1. Kümmere dich zuerst um die Versicherungen.

Unverzichtbar ist eine OP-Versicherung für die schlimmen Fälle, sonst wird es richtig teuer. Und natürlich die Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Dabei ist besonders wichtig, dass auch fremde Reiter versichert sind. Damit andere aus dem Stall abgesichert sind, die mit deinem Pferd Umgang haben – aber auch, damit eine zukünftige Reitbeteiligung eingeschlossen ist.

ERGO Pferdehalterhaftpflicht

Du als Pferdehalter haftest, wenn dein Pferd etwas beschädigt oder jemanden verletzt. Egal, ob schuld bist. Und egal, wie viel es kostet. Deshalb brauchst du eine Versicherung, die im Ernstfall diese Kosten für dich übernimmt. Die Pferdehalter-Haftpflichtversicherung von ERGO leistet:

  • Bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die dein Pferd jemad anders zufügt
  • Bis zu 5, 10 oder 50 Mio. € – je nachdem, welche Versicherungssumme du gewählt hast
  • Auch bei z. B. geliehenen Pferdeanhängern oder bei deiner Reitbeteiligung

Informiere dich jetzt!

2. Mach dir Gedanken über die Ausbildung deines Pferdes.

Überleg dir: Welchen Trainer möchte ich haben? Will ich auch Beritt? Darüber hatte ich noch nie nachgedacht. Schlussendlich habe ich mich für die klassische Dressur entscheiden mit einer Kombi aus Unterricht und Beritt. Auch regelmäßiges Ausreiten stand auf dem Plan.

Unerfahrener Reiter, erfahrenes Pferd. Erfahrener Reiter, unerfahrenes Pferd. Auch diese Faustregel hätte ich beachten sollen. Denn auch nach so vielen Jahren Reiterfahrung hatte ich noch lange nicht die Erfahrung, die ich für ein junges Pferd bzw. für die Ausbildung eines Pferdes brauchte. Dabei kann es nämlich auch richtig gefährlich werden. Mein einziges Glück war sein guter Charakter und seine ruhige Art, dank denen bisher alles gut gegangen ist.

Als Reiter haben wir die klare Aufgabe, unsere Pferde gesund zu halten. Das geht nur mit einer angepassten Ausbildung und Gymnastizierung.“

3. Nimm dir im Alltag genug Zeit für dein Pferd.

Ich bin ca. 6 Mal die Woche bei meinem Pferd. Je nachdem, was ich mache, brauche ich zwischen 1,5 und 4 Stunden. Jetzt habe ich einen Führerschein und kann selbst hinfahren. Als Kind hätte mich immer jemand fahren müssen – welcher Erwachsene hat so viel Zeit?

Wenn ich in den Urlaub fahre, brauche ich jemanden, der nach dem Rechten sieht. Mittlerweile habe ich eine tolle Reitbeteiligung, die mich super unterstützt.

4. Bereite alles für den Notfall vor.

Wenn dein Pferd einen Unfall hat oder plötzlich krank wird, ist es zu spät, mit der Organisation zu beginnen. Mach das deshalb unbedingt jetzt. Wenn du Glück hast, hast du alles umsonst vorbereitet.

Für den Ernstfall „Pferd muss in die Klink“ haben wir ein Zugfahrzeug und einen Hänger-Führerschein in der Familie. Einen Leihhänger gibts bei uns am Stall. Sollte der Notfall eintreten, können wir sofort los.

Warum ich heute froh bin, dass mir meine Eltern nie ein Pony gekauft haben

Ich bin nicht enttäuscht, dass ich das große Glück als Pferdebesitzerin nicht schon früher erleben durfte. Im Gegenteil: Dadurch, dass mir meine Eltern kein eigenes Pony gekauft haben, hatte ich die Möglichkeit, meine Kindheit und Jugend selbst zu gestalten. Ich hatte keine Verantwortung für ein Lebewesen und konnte damit nur die Vorzüge des Reitens genießen.

So konnte ich auch meine Leidenschaft für das Reisen entdecken. Wenn ich schon immer ein Pferd gehabt hätte, wäre das zeitlich und finanziell für mich gar nicht möglich gewesen. Jetzt ist alles so kalkuliert, dass ich trotz Pferd verreisen kann.

Daher bin ich froh, dass meine Eltern mir nie ein eigenes Pony gekauft haben. Denn wenn die Familie gar nichts mit Pferden zu tun hat, ist ein eigenes Pferd meiner Meinung nach für ein Kind zu viel Verantwortung. Auf die Hilfe von anderen aus dem Stall sollte man sich nicht verlassen, man muss alles selbst regeln können, z. B.:

  • Fütterung
  • Haltungsform
  • Reitweise und Reitunterricht
  • Schmied
  • Impfungen
  • Zahnkontrolle
  • Physiotherapie und Osteopathie
  • Urlaubsvertretung
  • Sattler

All das müssen wir Pferdehalter koordinieren und regelmäßig durchführen, damit unsere Tiere lange gesund und glücklich sind. Und das ist schließlich unser oberstes Ziel.“

Ich bin dankbar für die Erfahrungen

Trotz aller Hürden und Fehler bin ich unheimlich froh, dass ich dieses Pferd gekauft habe. Warum? Weil ich wirklich Glück hatte. Es ist gesund, hat eine wirklich gute Seele und verzeiht mir alle Fehler.

Außerdem hat mich das Ganze ungewollt vor eine riesige Herausforderung gestellt. Ich war nie gut darin, Entscheidungen zu treffen oder Verantwortung zu übernehmen – jetzt kann ich das. In den letzten 3 Jahren als Pferdebesitzerin habe ich mich persönlich extrem weiterentwickelt. Und ich lerne jeden Tag dazu. Mein Pferd lehrt mich immer wieder, was Achtsamkeit bedeutet, wie man mit Ruhe und Geduld ans Ziel kommt und wie man klar und einfach kommuniziert. Dafür bin ich sehr dankbar.

Er ist meine größte Herausforderung, aber auch mein größtes Glück.“


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