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Der Frühling ist da! Das musst du beim Motorrad-Check im Frühjahr beachten

Andreas Kiehr

Kaum ist die erste Frühlingssonne da, kann ich es kaum erwarten die erste Spritztour auf meinem Motorrad zu machen. Was vor der ersten Fahrt alles zu prüfen und zu reinigen ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ein großer Vorteil ist es, wenn dein Motorrad im Winter einen Platz im Trockenen hat. Für die Standzeit fülle ich den Tank vollständig auf, um Korrosionen im Tank zu minimieren. Da meine Garage ungeheizt ist, baue ich außerdem die Batterie aus und lagere diese im frostsicheren Keller. Zu Beginn der Saison sind einige Sichtkontrollen am Motorrad notwendig. Das Frühjahr startet daher für mich mit einem gründlichen Putz der Maschine.

Es gibt zwar verschiedenste Reinigungsmittel speziell für Motorräder, aber schon mit einem Eimer warmem Wasser und etwas Autoshampoo kann der Großteil des Motorrads gut gereinigt werden. Für den Edelstahlauspuff verwende ich eine Stahlpolitur und die Kette sowie die Antriebsritzel reinige ich mit Bremsenreiniger und schmiere den gesamten Antriebsstrang nach der Reinigung des Fahrzeugs neu ab.

Den größten Vorteil der Reinigung des gesamten Fahrzeugs sehe ich darin, dass alle Schaugläser – also Motoröl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit – nach dem Putzen sauber sind und dass deren Kontrolle damit sehr leichtfällt. Zusätzlich erkennt man beim Putzen fehlende Schrauben und Risse in der Verkleidung schnell. Außerdem prüfe ich dabei auch, ob Steine oder sonstige Fremdkörper in den Reifen stecken.

Nach dem Reinigen kann man zusätzlich viel besser erkennen, ob die Simmerringe des Federbeins und der Gabel noch dicht sind.

Diese Punkte gilt es nach der Reinigung des Motorrads zu prüfen:

  • Ölstand (bei aufrecht stehender Maschine Ölpegel zwischen MIN und MAX im Schauglas)
  • Kühlflüssigkeit (Behälter meist unter der Sitzbank – der Pegel sollte bei MAX stehen)
  • Bremsflüssigkeit (der Pegel sollte deutlich über LOWER stehen)
  • Reifendruck (je nach Modell und ob viel mit Sozius gefahren wird, gibt es Herstellerabhängige Empfehlungen)
  • Reifenprofiltiefe (laut Gesetz mindestens 1,6 mm)
  • Kontrolle der Bremsbeläge (es sollte auf Sicht noch der Bremsbelag auf der Trägerplatte sichtbar sein, moderne Bremsbacken haben auch Verschleißmarken)
  • Kontrolle der Festigkeit aller Muttern, Schrauben und Steckbefestigungen
  • Die richtige Versicherung für das Motorrad

 Zum Saisonstart prüfe ich bei meiner Maschine zusätzlich, ob Flüssigkeit aus den Holmen der Gabel austritt und ob das Federbein dicht ist. Dafür federe ich vorne und hinten mehrmals ein und kontrolliere die Dichte mit einer Taschenlampe auf Sicht. Damit die Kupplung leichtgängig wird, schmiere ich den Kupplungsbowdenzug mit Silikonöl.

Danach baue ich die Batterie ein und überprüfe, ob die Batterieleistung zum Starten des Motorrads ausreicht. Da ich selbst keine Messinstrumente für die Batteriespannung besitze und auch kein Ladegerät habe, ist dies für mich der einzig relevante Test. Da mein Motorrad nicht mit einem Katalysator ausgestattet ist, schiebe ich die Maschine notfalls an, wenn die Batteriespannung zu gering ist. In diesem Jahr spielte die Batterie allerdings mit und ich konnte das Motorrad ohne Probleme mit Choke starten.

Bei einem Motorradcheck sind neben den bereits aufgelisteten Punkten, aber auch die Funktion der Bremslichter und der Beleuchtung besonders wichtig.

Da bei der Hauptuntersuchung für Motorräder die Einstellung der Scheinwerfer nicht geprüft wird, stelle ich diese schon aus Eigeninteresse ein. Dafür setzt sich eine Person auf das abgebockte und idealerweise zur Hälfte vollgetankte Motorrad. Der Scheinwerfer wird eingeschaltet und sollte gegen eine Wand strahlen. Aus drei bis fünf Metern Distanz erkenne ich dann gut, ob der Scheinwerfer verstellt ist, also die Streuung des Lichtkegels und des Abstrahlwinkels.

Nahaufnahme eines Motorrads

So reinigst und pflegst du deine Motorradkleidung

Gerade Gore-Tex Jacken, Hosen und Schuhe sowie Handschuhe müssen ab und an gepflegt werden, damit die atmungsaktive Funktion der Membran gewährleistet bleibt. Dies kann bereits im Winter erfolgen, wenn man die Kleidung nicht nutzt. Dabei sind nur wenige Punkte zu beachten:

  • Protektoren entfernen
  • Alle Reißverschlüsse und Klettverschlüsse schließen
  • Waschen mit geeignetem Waschmittel bei max. 30 Grad ohne Schleudern

Wenn die Jacke und die Hose beim Trocknen auf dem Bügel noch handfeucht sind, kann man windexponierte Stellen von außen zusätzlich imprägnieren. Die Handschuhe und die Stiefel können nach einer groben Reinigung und Trocknung mit Wachs gepflegt werden. Das finde ich deutlich besser als Lederfett, da Fett abdichtet und so die Atmungsaktivität deutlich einschränkt.

Die erste Spritztour im Frühjahr

So gut vorbereitet kann die erste Ausfahrt nun endlich beginnen. Um die Reflexe zu schulen, fahre ich erst einmal auf einen leeren Parkplatz und teste dort intensiv die Bremsen mit mehreren Vollbremsungen aus steigenden Geschwindigkeiten.

Danach kann die Tour sicher beginnen. Bei meinem älteren Motorrad mit Bowdenzug an der Kupplung spüre ich oft schon nach 200 bis 300 km die starke Belastung für die linke Hand. Nach fünf bis sechs Stunden merke ich die Last auch an der rechten Hand.

Da dieser Effekt zum Saisonstart bei mir immer auftritt, nutze ich über den Winter häufiger einen Handtrainingsring aus dem Kletterbedarf, um die Muskeln zu stärken. Zusätzlich sollte vor der Saison eine optimale Absicherung in der Unfallversicherung und in der Risikolebensversicherung geprüft werden. Motorradfahren macht zwar großen Spaß, dennoch sollte man sich ausreichend absichern – denn ein größeres Verletzungsrisiko besteht bei einem Unfall definitiv.

Mit diesen Erfahrungen aus meinem eigenen Frühjahrsputz am Motorrad wünsche ich euch eine gute Fahrt und einen schönen Saisonstart.

Habt ihr noch weitere Pflegetipps für den jährlichen Motorradcheck? Dann schreibt sie gerne in die Kommentare!

7Kommentare

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Kommentare

  • M.Lehnertz Antworten

    Alles gut erklärt 🙂 jedoch würde ich es vermeiden die Kette mit Bremsenreiniger zu reinigen, denn die starken aggressiven Lösungsmittel im Bremsenreiniger können die Dichtringe in den Kettengliedern beschädigen. Dadurch kann Wasser in die Kettenglieder eindringen mit den entsprechenden Folgen wie starker ungleichmäßiger Verschleiß :/

  • Rk Antworten

    Sehr gut, wollte ich auch gerade dazu schreiben

  • Lukas Antworten

    Hallo Andreas,

    soweit gut und ausführlich geschrieben.
    Jedoch würde ich bei der Kettenpfelge ins Besondere beim reinigen der Kette als allgemeine Empfehlung keinen Bremsenreiniger anpreisen, da dieser die Dichtringe der O-Ring Kette zerfrisst und diese somit nicht mehr ausreichend geschmiert werden und deswegen extrem an Lebensdauer verlieret.

    Gruß Lukas

  • Andreas Kiehr Antworten

    Vielen Dank für Ihre Kommentare.

    Durch die Haftadditive heutiger Kettensprays bilden sich bei mir über die Zeit harzige Klumpen zwischen den Kettengliedern. Bei Hitze tropfen diese ab und verkleben dabei die Hinterradschwinge. Dieser festgebackene Mix aus Bremsstaub, Öl und Additiven ist durchaus eine Herausforderung beim Putzen – die sich bei Nutzung von Bremsenreiniger in Grenzen hält. Einen Reinigungsversuch mit Petroleum oder Benzin versuche ich aber gern einmal.

    Allerdings reinige ich Motorradketten seit sicher mehr als 10 Jahren mit Bremsenreiniger und hatte bisher keine Probleme mit festgelaufenen O-Ringen. Den größten Unterschied in der Lebensdauer der Kette macht in meinen Augen die Fahrweise aus. In Jahren mit vielen Alpentouren brauchte ich bereits nach 12-15.000 km ein neues Antriebskit. Bei meiner heutigen Nutzung des Motorrads (gemächliche Touren im Mittelgebirge) hält eine Kette schon mal über 20.000 km.

    Grüße und viel Spaß in der beginnenden Motorradsaison

  • Benjamin Antworten

    Meine Felgen putze ich entweder direkt mit Politur oder mit einem Felgenreiniger von Lidl …klappt hervorragend 😉

  • Dennis Antworten

    Hallo,
    Erstmal sehr guter Motorrad Geschmack 😉 und eine super Beschreibung. Noch zu ergänzen wäre sicherlich, das Schrauben gerade an empfindlichen stellen mit drehmoment-Schlüssel an zu ziehen sind. Ich sehe übrigens auch kein Problem beim reinigen der Kette mit Bremsreiniger, jedoch fahre ich auch in Jahr meine 25.000km, so schnell merkt man keine wasserbedingten Verschleißerscheinungen.

    Liebe Grüße

    Dennis

  • Andreas Kiehr Antworten

    Hallo Dennis,

    danke für den Hinweis zum korrekten Anziehen der Schrauben. Bei Schrauben, die ich zu Wartungszwecken nicht öffne, verwende ich einen mittleren Schraubenkleber beim Anziehen. So wird das Risiko vibrationsbedingter Lockerung recht gut im Griff gehalten.

    Übrigens: Starke Fahrleistung!

    Immer eine Hand breit Luft unter dem Knie wünscht,

    Andreas Kiehr

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