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Nach der Hochzeit: Checkliste

Kai Hermann

Wusstest du, dass nur 14,6 Prozent aller Ehepaare in Deutschland nach der Hochzeit einen Ehevertrag abschließen? Der Rest glaubt wohl an die große Liebe, ohne rechtlichen Schnickschnack über Deins und Meins. Was viele jedoch nicht wissen: Auch das Ja-Wort selbst ist ein Ehevertrag – nur geregelt vom Staat. Welche rechtlichen Folgen es nach der Hochzeit hat und was sich sonst noch so für Frischvermählte ändert, verrate ich dir in meinem Beitrag!

Als ich die richtige Frau traf, war es klar: Ich möchte heiraten. Gemeinsam in die Zukunft blicken, Pläne machen und weitere Schritte gehen – das hebt eine Beziehung nochmal auf eine andere Stufe. Mal ganz abgesehen davon, dass Heiraten auch Spaß macht. Eine große Feier mit allen Freunden im Zeichen der Liebe ist vor allem eines: großartig. Unsere Hochzeit war ein Traum, der nicht nur uns, sondern auch unsere Familien näher zusammengebracht hat. Vor einiger Zeit waren wir auch bei einer Hochzeit eines türkischen Freundes. Was für eine riesige, schöne und bunte Feier.

Aber: Eine Hochzeit bedeutet nicht nur eine tolle Feier, Geschenke sowie ein weißes Kleid und Eheringe, sie ist auch ein Versprechen: Gemeinsam durchs Leben zu gehen. Mit der Ehe geht man einen Vertrag ein. Mit dem Ja-Wort ändert sich für viele Paare nicht nur das Gefühl, die Ehe hat auch Einfluss auf die Themen Name, Steuern, Geld und Erbe. Was das genau bedeutet, habe ich bei unserer Hochzeitsplanung rausgefunden.

Heute teile ich mit dir meine Erkenntnisse, was ein Paar nach der Hochzeit erwartet!

Brauche ich einen Ehevertrag nach der Hochzeit?

Wer eine Hochzeit plant, denkt an die richtigen Blumen, an das Traumkleid, vielleicht auch an eine Namensänderung. Doch die wenigsten denken an einen Ehevertrag. Sowas Unromantisches, nein danke! Was viele Paare verdrängen: Das Ja-Wort selbst ist auch ein Vertrag. Mit dem Eintritt in die Ehe schließt man als Paar einen Vertrag ab, der unter anderem das Erbe regelt und festlegt, wie das gemeinsam durch Zugewinn erwirtschaftete Vermögen bei einer Scheidung aufgeteilt wird oder was der Ehepartner erbt. Kurz: Wer sich und seinen Partner möglichst gut absichern will, kann einen erweiterten Ehevertrag zum normalen Ja-Wort aufsetzen und so ganz genau und fair regeln, was wem im Fall der Fälle zusteht.

Experten raten dazu, dass vor allem Paare, die zwei Einkommen, aber keine Kinder haben, Selbstständige und Unternehmer sowie Hochzeitspaare mit unterschiedlich hohem Vermögen einen Ehevertrag nach der Heirat abschließen sollten. Paare mit doppeltem Einkommen können so beispielsweise regeln, dass sie im Falle eine Scheidung keine finanziellen Ansprüche aneinander erheben. Auch bei unterschiedlich hohen Einkommen oder einem erwartbaren hohen Erbe kann ein Ehevertrag regeln, dass der Vermögende keine zu hohen finanziellen Einbußen hat. Genauso können aber auch Ehepaare mit Kindern oder Kinderwunsch bereits vorher Unterhaltsregelungen und einen Ausgleich für die Care-Arbeit im Ehevertrag festlegen. Kurz: Ein Ehevertrag gibt Spielraum für alles, was Ehepaare gerne geregelt wissen wollen.

Übrigens: Ein Ehevertrag muss nicht vor dem Ja-Wort abgeschlossen sein. Er kann auch Jahre später noch aufgesetzt und notariell beglaubigt werden. Auch können immer wieder Anpassungen vorgenommen werden.

Welche Steuerklasse nach der Hochzeit?

So unromantisch es klingt: Wer heiratet, muss auch über Steuern sprechen. Denn nach der Trauung geht’s von der Steuerklasse 1 automatisch in die Steuerklasse 4. Doch je nach Gehalts-Konstellation lohnt es sich, in unterschiedliche Steuerklasse zu wechseln, um Geld zu sparen.

Bei Paaren, die ein unterschiedlich hohes Einkommen haben, lohnt sich nach der Hochzeit der Wechsel in Steuerklasse 3 und 5. Mit dieser Wahl zahlt der Besserverdiener weniger Steuern als der mit geringerem Einkommen. So bleibt am Ende für beide mehr Geld – vorausgesetzt man wirtschaftet gemeinsam in einen Topf. Behält jeder sein Konto, macht es Sinn bei Steuerklasse 4 zu bleiben, sodass der Geringverdiener nicht drauf zahlt. Die Steuerklasse 4 bietet sich auch für Ehepaare an, die gleich viel verdienen.

Mein Tipp: Dank des Ehegattensplittings gibt’s mit der Steuererklärung meistens noch ein paar Euro zurück.

Paare, bei denen nur ein Partner arbeitet, wählt für diesen die Steuerklasse 3. So bleibt am Ende mehr Netto vom Brutto.

Die Frage für Brautpaare nach der Hochzeit: Gemeinsam sparen oder getrennte Konten?

Damit das Thema Geld nicht zum Streitthema wird, lohnt es sich, spätestens als frisch gebackenes Ehepaar über Finanzen zu sprechen: Wie regelt man also die Finanzen in der Partnerschaft fair? Wie spricht man das Thema Geld behutsam an? Und welche Möglichkeiten gibt es für Verliebte, Geld zu sparen? Diese und noch mehr Fragen beantworten wir dir in unserem Beitrag!

Zusammengefasst: Wichtig ist zu klären, wie man künftig wirtschaften will. Manche Brautpaare entscheiden sich für ein gemeinsames Konto, von dem alle Fixkosten und Wünsche der beiden Partner bezahlt werden, andere hingegen haben ein Drei-Konten-Modell, bei dem Paare die Fixkosten von einem Konto bezahlen, das restliche Einkommen für sich auf getrennten Konten anlegen. Andere wiederum haben ein Fixkosten-Konto, ein Urlaubskonto sowie ein Konto für den Nachwuchs. Die Entscheidung muss jedes Paar für sich treffen.

Mein Tipp: Egal, wofür man sich entscheidet – das Wichtigste ist, in einer Ehe offen über Finanzen zu sprechen und gemeinsam eine gute Lösung zu finden.

Wichtig: Eine Konto-Vollmacht für den Ehepartner kann sinnvoll sein, sollte aber gut durchdacht werden.

Zum Streitthema wird das Geld meistens dann, wenn Nachwuchs ins Haus steht. Ein Partner bleibt zu Hause, das Elterngeld ist knapp. Doch wie rechnet man Care-Arbeit mit Lohnarbeit gegen? Moderne Familien finden einen finanziellen Ausgleich für den Care-Arbeitenden und sorgen mit Rentenversicherungen gegen eventuelle Altersarmut vor. Auch eine zusätzliche Absicherung für den, der sich um die Kinder kümmert, lohnt sich, um den Ausfall auszugleichen. Hier sollten Ehepaare frühzeitig sprechen und Lösungen für sich als Familie finden.

Mein Tipp für den Partner, der vornehmlich die Kinder betreut: Unbedingt auch den Fall einer Scheidung mitdenken. Eine Ehe ist heute keine Altersabsicherung mehr. Sie kann scheitern und dann steht man oftmals wegen des Karriere-Verzichts mit nichts da. Hier hilft es vorzusorgen, mit dem Partner und für sich selbst. Stichwort Altersvorsorge: Ehepartner sollten gemeinsam für das Alter vorsorgen. Eine private oder betriebliche Altersvorsorge ist hier der richtige Schritt.

Welche Versicherung muss ich nach der Hochzeit ändern?

Apropos Versicherung: Wer heiratet, kann einige Versicherungen zusammenlegen, wenn das nicht schon vorher geschehen ist.

Experten raten zudem, folgende Versicherungen nach der Heirat abzuschließen:

Auf Nummer sicher für den Ernstfall gehen Ehepaare nach der Heirat übrigens mit einer Risikolebens– und einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese greifen, falls einer der Ehepartner verstirbt oder nicht mehr arbeiten kann. Solche Absicherungen lohnen sich vor allem dann, wenn Kinder im Spiel sind oder eine Immobilie gemeinsam gekauft wurde. So kann man sich im Ernstfall um die Kinder kümmern und das Haus behalten, ohne Geldsorgen zu bekommen.

Mein Tipp: Informiere dich bei ERGO und lass dich zu diesen Themen beraten.

Was tun im Ernstfall?

Wer frisch verheiratet in die Zukunft blickt, will ungern an den Ernstfall denken. Trotzdem raten Experten dazu, die Themen Tod und Erbe nicht ganz aus dem Kopf zu streichen. Eine Heirat regelt im Normalfall das Erbe. Begünstigt sind der Ehepartner und die Kinder. Wer das genauer oder anders regeln will, schreibt ein Testament und verfügt über sein Vermögen. So erspart man seinen Hinterbliebenen Streitereien.

Ebenfalls wichtig ist eine Patientenverfügung. Denn auch Ehepartner können ohne Patientenverfügung nicht einfach füreinander bestimmen.

Mein Tipp: Fülle eine Patientenverfügung aus und erkläre, was mit dir passieren soll, wenn du beispielsweise künstlich am Leben gehalten wirst. Das erleichtert im Ernstfall deinen Liebsten die Entscheidung.

Nach der Hochzeit ein neuer Name – und jetzt?

Die größte Änderung für Brautpaare, die vor den Altar treten, ist der gemeinsame Name. Zwar kann heutzutage auch jeder Partner seinen Nachnamen behalten, die meisten entscheiden sich dennoch für einen gemeinsame Nachnamen. Doch mit dieser Entscheidung kommt eine Menge Bürokratie auf Verheiratete zu. Derjenige, der einen neuen Namen annimmt, muss nicht nur seinen Personal- und Reisepass ändern, sondern auch vielen anderen Ämtern und Co. Bescheid geben. Hier kommt meine Liste:

  • Kfz-Versicherung und Fahrzeugbrief
  • Führerschein (kein Muss, aber gut)
  • Bank
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Arbeitgeber
  • Universität
  • Vereine
  • Telefon-, Internet- und Stromanbietern
  • Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio für Rundfunkbeitrag
  • Vermieter

Die Dokumentenänderung dauert nicht nur, sie kostet auch. Doch einmal erledigt, könnt ihr euch zurücklehnen und das süße Eheleben genießen!

Unsere Checkliste für nach der Hochzeit

Things to do-Liste: Nach der Hochzeit

  • Brauche ich einen Ehevertrag?
  • Wenn ja: Was muss rein?
  • Namensänderung – frühzeitig alle Ämter und Dokumente ändern
  • Versicherungen zusammenlegen
  • Neue Versicherungen als Ehepaar abschließen
  • Gemeinsames Konto oder getrennt?
  • Stichwort Care-Arbeit: Wie kann ein finanzieller Ausgleich aussehen, wenn Kinder da sind?
  • Thema Altersvorsorge: gemeinsam für die Zukunft vorsorgen
  • Testament aufsetzen
  • Vollmachten erteilen
  • Patientenverfügung ausfüllen
  • Eheleben genießen 🙂

Hier kannst du dir die Checkliste auch herunterladen und ganz einfach Punkt für Punkt abhaken.

Ich hoffe, meine Tipps für alle Rechtsfragen rund um das Leben nach der Hochzeit haben dir geholfen. Du hast noch mehr Tipps? Dann schreib sie gerne in die Kommentare!

#ERGOgutvorgesorgt


2Kommentare

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Kommentare

  • Sarah Antworten

    Ach so, man kann den Ehevertrag auch nach der Hochzeit abschließen. Das wussten wir nicht. Dies freut uns, da wir uns darüber gerade gestresst haben. Lieber fokussieren wir uns erstmal auf die Planung unserer Hochzeit.

  • Jennifer Germeshausen Antworten

    Hallo Sarah,

    es freut mich, dass wir dir mit unserem Beitrag weiterhelfen konnten! Ich wünsche euch eine wunderschöne Hochzeit!

    Liebe Grüße von Jenny aus dem Social Media Team 🙂

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