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Reifenwechsel: 6 Tipps für die Winterreifen-Saison

Sylvia Tichai

Wusstest du, dass sich über ein Viertel der deutschen Kraftfahrer 2021 den Reifenwechsel sparen konnten, weil sie Ganzjahresreifen nutzten?[1] Tendenz steigend. Alle anderen möchte ich hiermit erinnern: Der Winter steht vor der Tür! Denkt an den Reifenwechsel! Diese 6 Tipps für die Winterreifen-Saison machen es euch diesmal leichter, versprochen.

Ich gebe zu, dass ich nicht immer so vorbildlich war. Aber wer schon mal wie ich Anfang Oktober von Glatteis überrascht wurde und auf der Landstraße fast aus der Kurve getragen wurde, kann meinen Sinneswandel bestimmt nachvollziehen. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass meinem kleinen Flitzer und mir damals nichts passiert ist. Seitdem erinnere ich Familie und Freunde zuverlässig ab Mitte September an den Reifenwechsel – gegen Ende gern auch täglich! Und wer das für übertrieben hält, für den habe ich ein paar Tipps, untermauert mit Fakten:

1. Sei dir der Winterreifenpflicht bewusst.

Die Faustregel lautet: „Von O bis O sollte man mit Winterreifen fahren.“ Die beiden Os stehen dabei für Oktober bis Ostern. Allerdings ist das nur eine Empfehlung. Vorgeschrieben ist das, was in § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung steht:

„Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen.“

Konkret bedeutet das eine situative Winterreifenpflicht: Ist es glatt oder liegt Schnee, musst du mit Winterreifen fahren. Sonst riskierst du ein Bußgeld. Außerdem musst du mit einem Punkt in Flensburg rechnen, wenn du ohne Winterreifen erwischt wirst. Und das willst du doch sicher vermeiden.

Tipp: Wechsle die Reifen spätestens beim ersten Raureif.“

Ein Bußgeld droht übrigens auch, wenn du bei einem blauen Schneekettenschild an einer schneebedeckten Straße einfach weiterfährst, obwohl du keine Schneeketten aufgezogen hast.

Auch mit Winterreifen kannst du natürlich nicht ausschließen, dass im Straßenverkehr doch mal was passiert. Der Herbst ist z. B. auch die Zeit der Wildunfälle. Bei der ERGO Autoversicherung ist der Zusammenstoß mit allen Tieren versichert. Und zwar sowohl im Tarif Smart als auch in Best. Jetzt informieren!

2. Tausch deine Winterreifen regelmäßig aus.

Deine Reifen solltest du nicht nur 2 Mal im Jahr wechseln, sondern auch alle paar Jahre austauschen. Mindestens alle 10 Jahre, um genau zu sein. Denn durch intensiven Gebrauch nutzt sich das Profil ab. Und wenn es abgefahren ist, besteht kein ausreichender Reifen-Grip mehr. Das bedeutet, der Reifen haftet nicht mehr richtig auf der Straße. Dann fängt dein Auto an zu rutschen und es wird richtig gefährlich. Miss also regelmäßig dein Reifenprofil oder lass es in der Kfz-Werkstatt deines Vertrauens messen.

Alles ist im grünen Bereich, wenn deine Winterreifen noch 4 bis 5 Millimeter Profil haben. Das entspricht in etwa dem silbernen Rand einer 2-Euro-Münze.“

Und noch ein Tipp: Denk auch daran, den Reifendruck regelmäßig zu messen. Ist er zu niedrig, nutzt sich das Profil ungleichmäßig ab und du riskierst eine Reifenpanne.

3. Vergiss nicht den Winterreifenaufkleber im Cockpit.

Es ist möglich, dass dein Auto schneller fahren kann, als gut für deine Winterreifen ist. In diesem Fall musst du einen Aufkleber mit der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit der Winterreifen ins Cockpit kleben. Tust du das nicht, droht dir – genau, ein Bußgeld.

Den Aufkleber bekommst du beim TÜV – sogar gratis. Lässt du den Reifenwechsel bei einer Kfz-Werkstatt durchführen, ist der Aufkleber meist Teil des Service.

4. Kauf nicht unüberlegt Ganzjahresreifen.

Jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst den Reifenwechsel einzuplanen kann nerven. Das haben auch die Reifenhersteller gemerkt. Deshalb haben sie für alle Faulen den Ganzjahresreifen erfunden, auch Allwetterreifen genannt. Damit darfst du auch bei leicht winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs sein. Vorausgesetzt, deine Ganzjahresreifen tragen das M+S- bzw. Schneeflockensymbol.

Wichtig: Ganzjahresreifen ohne Schneeflockensymbol darfst du ab 30. September 2024 nicht mehr benutzen.“

Klingt verlockend, oder? Aber Achtung: Ganzjahresreifen sind keine gute Idee, wenn du in Regionen mit ausgeprägtem Winterwetter unterwegs bist. Du wohnst in höheren Lagen, wo es oft schneit? Dann bist du mit Winterreifen definitiv besser beraten. Schließlich geht es um deine Sicherheit.

5. Informiere dich vor Auslandsreisen, ob es eine Winterreifenpflicht gibt.

Im Winter ins Ausland zu reisen kann sehr reizvoll sein. Bei Schnee und Eis aber auch sehr nervenaufreibend. Und außerdem sehr teuer, wenn du unvorbereitet z. B. mit dem Auto nach Österreich fährst.

Ich verrate dir schon mal so viel: In Österreich gilt vom 1. November bis 15. April eine Winterreifenpflicht. Außerdem müssen deine Reifen ein Profil von mindestens 4 Millimetern aufweisen.“

In der Schweiz, in Frankreich und auch in Italien gelten möglicherweise regional unterschiedliche Vorschriften. Informiere dich deshalb vor deiner Auslandsreise über die Regelungen zur Winterreifen- bzw. Schneekettenpflicht.

6. Pass auf, wenn du im Winter einen Mietwagen buchst.

Du brauchst im Winter einen Mietwagen? Dann Vorsicht: Die situative Winterreifenpflicht muss in Deutschland der Fahrer einhalten. Und das bist in dem Fall du. Das bedeutet: Wenn du den Mietwagen abholst, prüfe unbedingt die Reifen. Du hast keinen Anspruch darauf, dass der Mietwagen Winterreifen hat. Hat er keine und du wirst bei Winterwetter kontrolliert, droht dir ein Bußgeld.

Du hast vor, mit dem Mietwagen ins Ausland zu fahren? Oder du willst im Ausland einen Mietwagen buchen? Auch dann gilt: Mach dich am besten vorher schlau, ob dort eine Winterreifenpflicht gilt.“

Bist du vorbildlicher Reifenwechsler oder überzeugter Allwetterreifen-Fan? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

 

[1] https://www.amz.de/trend-zu-ganzjahresreifen-setzt-sich-fort


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