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Gemüse anbauen leicht gemacht – Tipps zum Ernten

Lara Jaschke

Wusstest du, dass wir durchschnittlich 95kg frisches und verarbeitetes Gemüse pro Person und pro Jahr essen? Im Gegensatz hierzu werden jährlich über 20 Kilogramm Gemüse vom durchschnittlichen Deutschen weggeworfen, was ein Gesamtvolumen von rund sieben Millionen Tonnen Gemüse macht, das jährlich im Müll landet, und das allein durch Privathaushalte. Hast du deshalb schon einmal darüber nachgedacht, Gemüse im eigenen Garten anzubauen? Nein? Dann wird es aber Zeit!

Ich verrate dir hier, wie du ganz leicht Gemüse selbst züchten kannst.

Gemüse richtig anbauen

Zuerst das Wichtigste: bevor du etwas ernten kannst, musst du natürlich erst etwas anbauen. Hierbei gilt es einiges zu beachten.

Die richtige Erde: Damit deine Sprösslinge richtig keimen können, musst du auf die richtige Erde achten. So gibt es spezielle Substrate, zum Beispiel speziell ausgewiesene Anzuchterde oder Kokosquelltabletten. Sie sind nährstoffarm. Nährstoffarme Erde ist deshalb wichtig, weil die Pflanzen bei Nährstoffknappheit vermehrtes Wurzelwachstum aufzeigen. Das wiederum ist wichtig, damit die Pflanzen später im Beet stabil und unabhängig sind.

Das richtige Lichtverhältnis: Hier ist essentiell, dass dein Gemüse viel Licht bekommt. Am besten eignet sich hier eine Süd-östliche Lage. Züchtest du die Pflanzen erst in einem Topf in der Wohnung, bevor sie ins Beet kommen, bietet sich hierfür ein Fensterbrett an. Idealerweise ist dieses nicht direkt über der Heizung. Zu viel Wärme trocknet die Pflanzen nämlich aus. Stimmen die Lichtverhältnisse nicht, also ist es zu dunkel, kommt es zum sogenannten „vergeilen“ der Pflanzen. Das heißt, sie versucht zum Licht hinzuwachsen und wird dadurch lang und dünn. Wenn du keinen passenden lichtdurchfluteten Ort hast, eignet sich auch eine Anzuchtlampe, welche dem Vergeilen entgegenwirkt.

Unterschiedliche Anbau- und Erntezeitpunkte


Hat man sich dazu entschieden, eigenes Gemüse anzubauen, müssen die gesunden Leckereien irgendwann auch geerntet und gepflückt werden. Viele Gemüsearten haben aber unterschiedliche Erntezeitpunkte. Damit du den richtigen Zeitpunkt zum Ernten deines Gemüses erkennst, habe ich dir hier ein paar Beispiele aufgeschrieben:

Zucchini: Zucchini solltest du nicht zu groß werden lassen, da sie sonst überreif werden. Sind sie zu groß, müssen sie eventuell geschält und entkernt werden. Kleinere haben außerdem den besseren Geschmack. Frische Zucchini solltest du in einigen Tagen aufbrauchen. Schaffst du das nicht kannst du sie zum Beispiel zu Suppe oder Ähnlichem verarbeiten und anschließend einfrieren. Pflanzen solltest du Zucchini erst Mitte Mai – also nach den Eisheiligen, da Zucchini sehr frostempfindlich sind. Je nach dem, wann du sie gepflanzt hast, kannst du ab Mitte Juni schon die ersten Zucchini ernten.

Tomaten: Wichtig bei Tomaten ist, dass du sie erst pflückst, wenn sie definitiv voll ausgefärbt sind. Achte dabei aber auf die Sorte: einige werden orange, gelb oder bleiben sogar grün. Unreife Früchte zu ernten und zu essen kann schnell gefährlich werden, denn sie können giftiges Solanin enthalten. Tomaten lagerst du am besten an kühlen Orten. Aber Achtung: im Kühlschrank verlieren sie schnell an Aroma. Auch hier solltest du, wie bei Zucchini, mit dem Aussäen bis nach den Eisheiligen warten. Ende August bzw. Anfang September können die Tomaten dann geerntet werden.

Wusstest du…
…dass Tomaten unser liebstes Gemüse sind? Durchschnittlich werden pro Kopf jährlich über 20 Kilogramm davon gegessen. Sieben Kilo davon werden direkt frisch gegessen, der Rest wird verarbeitet.

Paprika: Paprika kann, im Gegensatz zu Tomaten, auch schon grün gepflückt und verzehrt werden Ihr volles Aroma erreicht sie jedoch erst voll ausgefärbt. Du solltest sie am besten schnell verarbeiten. Auch hier ist der Kühlschrank zu kalt zum Lagern. Ein Vorteil von Paprika ist, dass bereits 80 Gramm davon unseren Tagesbedarf an Vitamin-C deckt. Ende Februar bzw. Anfang März solltest du mit dem Keimen beginnen, bevor du sie nach den Eisheiligen in ein sonniges Beet mit humusreicher Erde pflanzt. Der Erntezeitraum bezieht sich normalerweise bei Paprika auf August bis in den Oktober hinein.

Wurzelgemüse: Wurzelgemüse kannst du immer ernten. Je kleiner und jünger die Rüben sind, desto zarter und süßer sind sie. Später geerntet sind sie aber länger haltbar. Dafür musst du das Laub mit einer Drehbewegung entfernen.

Tipp: Wenn Karotten im Kühlschrank gelagert werden sollen, wickle sie zuvor in ein feuchtes Handtuch ein. Dann bleiben sie länger knackig.

Aussäen solltest du die meisten Wurzelgemüse-Sorten im März bzw. April. Die Erntezeit beginnt, bis auf einige Ausnahmen, im Spätsommer. Sie startet im September und dauert bis Dezember an.

Rhabarber: Greifen wir doch mal das Thema Rhabarber auf. Er ist extrem lecker und dazu noch voll im Trend. Bei Rhabarber denke ich immer zuerst an Obst. Botanisch gesehen ist er aber eigentlich Gemüse, da man die Stängel und nicht den Fruchtstand isst. Magst du es nicht, wenn er zu sauer ist, dann ernte ihn gleich zu Beginn der Erntezeit. Die Hauptsaison des Rhabarbers geht von März bis Juli, der August zählt zusätzlich als Nebensaison dieses süß sauren Gemüses. Frisch geernteter Rhabarber sollte innerhalb von drei Tagen aufgebraucht werden. Mach doch zum Beispiel Kompott oder Kuchen daraus! Im Internet gibt es viele tolle Rezepte dafür. Zum Lagern empfiehlt sich ein kühler Ort, am besten in ein Tuch eingewickelt. Achte auch darauf, ihn nicht neben Obst zu platzieren, da er sonst schneller verdirbt. Rhabarber kannst du entweder im Frühjahr oder im Herbst pflanzen. Ernten solltest du ihn aber im Idealfall erst drei Jahre später, damit er zwei Jahre lang wachsen kann und kräftig wird. Geerntet wird bis zum 24. Juni.

Wusstest du…
…dass Rhabarber zu 90 % aus Wasser besteht? Die restlichen 10 % beinhalten vitalisierende Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Eisen und Phosphor und die Vitamine C und B. Dafür hat er aber auch kaum Kalorien.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Tricks, um reifes Gemüse zu erkennen: bei Zwiebeln zum Beispiel erkennst du es an vergilbten Blättern, bei Kohlrabi an der Größe (er sollte so groß wie ein Tennisball sein), Blumenkohl hat geschlossene Rösschen, wenn er reif ist. Einen Kürbis musst du klopfen: klingt er hohl, ist er reif.

Tageszeiten zum Ernten

Was viele vielleicht noch nicht wissen, was aber tatsächlich so ist: es gibt unterschiedliche Tageszeiten, die sich bei verschiedenen Gemüsesorten zum Ernten am besten eignen. Bohnen, Salat, Spinat und Wurzelgemüse zum Beispiel sollte man eher abends und an sonnigen Tagen ernten. Hier hat das Gemüse nämlich einen hohen Vitamingehalt, aber einen niedrigen Nitratgehalt, welcher morgens noch am höchsten ist. Weil Nitrat ein Schadstoff und sogar krebserregend ist, ist es also definitiv besser, diese Gemüsesorten erst abends zu ernten. Dafür sind aber morgens geerntete Blätter besonders knackig. Würzkräuter hingegen schneidet man am besten vormittags, da sonst der Geschmack in der Mittagshitze verloren geht.

Gemüse richtig Lagern…

Du hast jetzt also dein Gemüse zum richtigen Zeitpunkt geerntet. Aber wie lagerst du es jetzt richtig, damit es nicht gleich kaputtgeht? Ich erkläre es dir!

Bei Wurzelgemüse, Kohlrabi oder Fenchel musst du unbedingt daran denken, das Laub zu entfernen. Ohne Laub wird der Stoffwechsel eingestellt. Der Reifeprozess wird so also gestoppt. Bei Mais und Blumenkohl jedoch musst du das Laub dranlassen, weil es hier als Verdunstungsschutz fungiert. Beschädigtes oder Angefaultes solltest du schnell aufbrauchen, denn die Faulstellen breiten sich auch auf anderem Gemüse aus. Es wäre ja schade, wenn nur wegen einer Zucchini plötzlich die ganze Ernte hinüber ist. Kürbisse und Zucchini hängst du übrigens besser hin, anstatt sie hinzulegen. So entstehen keine Druckstellen und das Gemüse wird vor Ungeziefer geschützt.

…und Gemüse richtig haltbar machen

Du hast so viel geerntet, aber eigentlich kannst du gar nicht so viel essen? Dann ist es gut zu wissen, wie du dein frisches Gemüse richtig haltbar machst. Hierfür gibt es viele unterschiedliche Methoden. Drei davon habe ich dir hier zusammengefasst.

  1.  Kommen wir zuerst zur einfachsten Methode: trocknen. Sie ist nicht nur die einfachste, sondern auch die älteste Methode, welche schon seit mehreren tausend Jahren zur Konservierung genutzt wird. Durch das Trocknen des Gemüses bleiben wertvolle Inhaltsstoffe erhalten. Außerdem wird hier fast gänzlich die Flüssigkeit entzogen, wodurch Fäulnis, Schimmel und Zersetzung verhindert werden. Es gibt drei Möglichkeiten zum Trocknen:
  • Im Backofen
  • An der frischen Luft
  • In einem Dörrautomaten oder Sonnendörrer
  1.  Auch Einfrieren kann sinnvoll sein. Beim Einfrieren bleiben viele wichtige Inhaltsstoffe erhalten. Schneide einfach dein Gemüse in Portionen und friere es dann ein. Denk aber daran, dass sich das eingefrorene Gemüse trotzdem nicht ewig hält!
  2.  Mach eine Sauce draus! Ich liebe ja Pizza und Nudelgerichte. Was eignet sich also besser, als eine Soße daraus zu zaubern? Am besten hierfür sind natürlich Tomaten – der Klassiker. Kochst du dein Gemüse als Soße ein, machst du es dadurch bis zu einem Jahr länger haltbar. Allerdings gehen durch das Kochen viele Vitamine verloren.

Gut zu wissen!

Kommen wir zur Sellerie. Ich persönliche finde den Geschmack von Sellerie ganz schrecklich. Aber unabhängig davon, ob ich Sellerie mag oder nicht, hier gibt es auch einiges zu beachten. Die Blätter von Knollensellerie eignen sich zwar gut als Suppenwürze, jedoch braucht die Pflanze die Blätter dringend zum Wachsen. Eine Lösung: bei mehreren Pflanzen die schwächste Knolle zum Blattspender machen. Einen richtigen Tageszeitpunkt zum Ernten gibt es hier nicht. Sie kann zu jeder Zeit ab August geerntet werden. Am besten ist es aber, wenn sie noch bis Ende Oktober bzw. Anfang November in der Erde verweilen darf.

Der Klassiker: Gurken. Wer Gemüse im eigenen Garten anbaut, hat fast immer auch Gurken gepflanzt. Dieses Gemüse sollte man früh sähen und regelmäßig ernten, denn das stimuliert die Pflanzen. Sind sie erst einmal geerntet, darf man sie nicht zu kühl lagern. Der Keller oder die Garage eignen sich hier besser als der Kühlschrank. Wenn es keinen anderen kühlen Ort gibt, dann bietet es sich an, die Gurke vorher einzutuppern.

Wusstest du…
…dass Gurken und Tomaten eigentlich zu Gemüse und gleichzeitig zu Obst, genauer zu den Beeren, zählen? Weil sie in der Mitte kleine Samen enthalten und aus der Blüte der Gurken- bzw. Tomatenpflanze wachsen, zählen sie im botanischen Sinne zu Obst.

Generell gilt: Frühgemüse sollte man nicht zu spät ernten. Man hat dann zwar mehr Gemüse, dafür aber weniger Geschmack. Bei Spätgemüse ist es genau umgekehrt. Zum Frühgemüse gehören zum Beispiel Kohlrabi, Erbsen und Auberginen. Zum Spätgemüse zählt beispielsweise Wurzelgemüse, Grün- und Rosenkohl, der am besten schon Frost abbekommen hat, und bestimmte Lauchsorten.

Fazit

Ich habe dir nun einige Tipps gegeben, wie du kinderleicht deine eigenen Veggies anbauen kannst, sei es im Garten oder sogar auf dem Balkon. Mit ein bisschen Geschick und guten Willen brauchst du vielleicht sogar gar kein Gemüse mehr im Supermarkt kaufen – besser geht es doch nicht, oder? Übrigens: die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Das entspricht in etwa 400 Gramm. Also hol dir jetzt einen Apfel, dann hast du schon eine Portion für heute hinter dir J

Die richtige Absicherung

Ob du jetzt nun selbst Gemüse anbaust oder nicht: wenn du einen Garten hast, ist es wichtig, gut abgesichert zu sein. Mit der Hausratversicherung der ERGO hast du gut vorgesorgt. Da ist es nicht schlimm, wenn der Sturm auch mal das Gewächshäuschen wegpustet. 😉


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2Kommentare

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Kommentare

  • Bianca Antworten

    Ich finde deine Blogs immer wieder spannend und äußerst lehrreich! Es macht Spaß zu lesen und ist neben dem Lerneffekt sehr unterhaltsam geschrieben. Ich freue mich schon auf den nächsten Blog 😀

  • Lara Jaschke Antworten

    Hallo Bianca,
    vielen lieben Dank! Es freut mich sehr, dass dir meine Artikel gefallen!
    Liebe Grüße von Lara aus dem Social Media Team.

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