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Waldbaden – Balsam für Körper und Seele

Andrea Tschaban

Baden im Freibad oder See war in diesem Sommer eine Herausforderung. Einige haben sich im Garten die Sommertage gemütlich gemacht und vielleicht im eigenen Pool gebadet. Doch obwohl der Sommer zu Ende ist, geht das Baden weiter – im Wald! Im Herbst ist es dort besonders schön: Die Blätter färben sich und fallen auf den Boden. Statt zu tauchen, läuft man auf einem rot-orangenen Teppich aus Blättern, genießt den Nebel, die frische Luft und die Ruhe. Das ist Waldbaden.

Bedeutung des Begriffs „Waldbaden“

Der Begriff Waldbaden nimmt seinen Ursprung aus dem Japanischen und wurde 1982 begrifflich erfasst. „Shinrinyoku“ bedeutet „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“, sich also in den Wald zu begeben und die Umgebung bewusst aufzunehmen. Dabei ist Waldbaden nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem Spaziergang oder einer Wanderung. Vielmehr sollte man sich hierbei Zeit nehmen, die Geräusche, den Duft und die Farben der Natur aufzusaugen. Das kann auch mit einem Spaziergang verbunden sein. Wichtig ist nur, bewusste Pausen einzubauen und einfach mal in den gesamten Raum des Waldes einzutauchen.

Vor fünf Jahren hatte ich die Gelegenheit in Japan das Waldbaden kennenzulernen. Eine Stunde Fahrtzeit südlich von Tokio tauchten wir ein, in einen Wald mit riesengroßen alten Bäumen, dicht bewachsen. Der Kontrast in dieser größten Metropolregion der Welt war erstaunlich: einerseits die digitale Dynamik im Zentrum, andererseits die Ruhe und Farben der Natur.

Japanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Waldbaden ähnlich wie eine Aromatherapie wirken kann und sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt. Durch die Öle und den Sauerstoff, den die Bäume abgeben, wird nicht nur das Immunsystem gestärkt, auch Stress, Angstzustände, Depressionen und Wut können nachweislich gesenkt werden.

Akzeptanz in der Gesellschaft

Was in Japan schon lange fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge ist, findet auch bei uns immer mehr Beachtung. Viele Studien belegen, dass das Waldbaden positive Auswirkungen auf den Körper hat, den Blutdruck senkt und Stresshormone reduziert.

Aus diesem Grund ist Waldbaden nicht nur Teil vieler Yoga- und Entspannungsseminare; es gibt auch spezielle Seminare. Diese tragen dazu bei, dass dieses Gebiet immer mehr Anerkennung in der Gesellschaft findet. Man erlernt, den Wald bewusst zu erleben und die (wieder) Achtsamkeit mit der Natur.

Ziel des Waldbadens ist nicht nur eine positive Auswirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden. Es ist auch dafür da, sich selbst Zeit einzuräumen, runterzukommen und neue, frische Ideen zu sammeln. Und das möglichst digitalfrei, ohne Smartphone.

Auch beim Entgegenwirken eines möglichen Burn-Outs kann diese Maßnahme unterstützen. Denn beim Waldbaden geht es nur um die Wahrnehmung von sich und der Natur – der oft hektische und laute Alltag soll hier keinen Raum haben.

Probieren geht über Studieren

Waldbaden ist für jeden gedacht und es gibt auch kein Richtig oder Falsch. Die Devise lautet hier: Ausprobieren! Dabei kann man ein Seminar buchen oder sich gerne alleine auf die Reise in die Natur begeben. Ein paar kleine Tipps zum Waldbaden im Vorfeld können dennoch nicht schaden.

Am besten sollte man sich einen Tag wählen, an dem nicht unbedingt viele weitere To-dos anstehen. Die Zeit sich bewusst zu nehmen ist das Wichtigste beim Waldbaden. Vielleicht bietet sich ein goldener Herbst-Sonntag an, denn sobald die Blätter fallen, sind die Farben und Lichter im Wald besonders schön! Das Wochenende eignet sich besonders gut, um Energie für die neue Woche zu tanken.

Wenn man alleine unterwegs ist, lässt sich das Waldbaden je nach Lust und Laune übrigens auch wunderbar mit einer Meditation verbinden, die im Laufen oder im Sitzen stattfinden kann. Dafür empfiehlt es sich, einfach eine Pause auf einer Bank oder einer Wiese zu machen. Es geht darum sich ganz bewusst auf die Atmung zu konzentrieren und die Natur, in der man sich befindet, zu spüren. So kommt man den Bäumen und Sträuchern auch noch näher und kann sprichwörtlich „Wurzeln schlagen“. Das Einswerden mit der Natur schafft ein tiefes Eintauchen in das Waldbaden und das spüren, wie eng Mensch und Natur verbunden sind und wie wichtig Achtsamkeit gegenüber sich selbst und der Natur doch sind. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, wieder dem Umweltschutz mehr Bedeutung zu schenken.

Alternativ zur Meditation kann man bewusst dem Zwitschern der Vögel lauschen und den Duft von Tannennadeln und den grünen Wiesen und Sträuchern einatmen.

Wie schon gesagt, gibt es beim Waldbaden keine Regeln. Jeder kann sich sein Waldbaden so gestalten, wie es sich richtig anfühlt. Also einfach mal raus in den Wald, ausprobieren und sich voll und ganz auf Körper und Natur konzentrieren! Vor allem gibt es keine bestimmte Zeit in der man das machen muss. Waldbaden kann man zu jeder Tages- und Jahreszeit.

Das Jahr 2020 hat uns allen bisher einiges abverlangt. Die Beunruhigung um die eigene Gesundheit und die der Liebsten, sowie die wirtschaftlichen Sorgen. Doch diese Zeit hat zumindest etwas Positives hervorgerufen: wieder achtsamer mit sich und seiner Umwelt umzugehen. Wir alle achten nun noch mehr auf unsere Gesundheit, körperlich, wie auch geistig. Auch trotz eines gesunden Lebensstils kann es mal passieren, dass man durch unvorhergesehene Umstände seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Für diese Fälle gibt es die ERGO Berufsunfähigkeitsversicherung, die euch absichert – ob als Angestellter oder Selbständiger.

Wart ihr schon mal Waldbaden? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? Schreibt uns eure Erfahrungen und Tipps dazu gerne in die Kommentare!

4Kommentare

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Kommentare

  • Norbert G. Antworten

    „Waldbaden“ praktiziere ich schon seit Jahren, nur kannte ich das Wort anfangs noch nicht 🙂

    Als sehr naturverbundener Mensch halte ich mich regelmäßig im Wald auf, mit ausgeschaltetem Handy, ohne Hektik und bevorzugt barfuß. Das langsame Bewegen durch den Wald und Spüren des Bodens hat mich schon immer irgendwie beruhigt. Leider werden heutzutage viele Wege mehr oder weniger grob geschottert, so dass das Barfußlaufen kein Vergnügen mehr ist und ich manchmal sogar gezwungen bin, Schuhe anzuziehen. Aber noch kenne ich genügend naturbelassene Strecken.

    Es tut einfach gut, zwischendurch eine Pause auf einem Baumstumpf einzulegen, die Augen zu schließen und den vielfältigen Geräuschen des Waldes zuzuhören. Auch die Nase bekommt viele Eindrücke, wenn man sich darauf einlässt und z.B. versucht die Quelle des wahrgenommenen Geruchs zu finden.

    Einen Bach kann ich grundsätzlich nicht links liegen lassen; diesen durchwate ich immer. Gerne auch, wenn die Uferzonen matschig sind. Das fühlt sich gut an, und die Füße werden im Wasser schnell wieder sauber.

    Man muss es nur (wieder) lernen, sich auf die Natur einzulassen und deren Komplexität und Schönheit zu würdigen. Und man muss sich an den einen oder anderen komischen Blick gewöhnen, wenn man jemandem begegnet und diese(r) die nackten Füße bemerkt 🙂

    Ich nehme immer ein Handtuch mit und leichte Schuhe für den (Schotter)-Notfall. Etwas zu trinken kann nie schaden, denn zumindest bei mir dauert ein solcher Waldaufenthalt grundsätzlich länger als gedacht. Dafür fühle ich mich nach der Wanderung immer besser als davor.

    Ich kann noch nicht einmal exakt benennen, wie oder was sich besser anfühlt. Irgendwie im Ganzen besser….

  • Stefan Pruschwitz Antworten

    Ich gehe regelmäßig zum Waldbaden und biete es als ausgebildeter Waldbademeister auch an, und kann den Bericht nur bestätigen. Es ist herrlich entspannend und auch inspirierend 🌳😊. Gruß Stefan

  • Carina Kockelke Antworten

    Hallo Stefan,

    wie schön, dass dir unser Beitrag gefällt. Wenn er dann auch noch von einem Experten kommt, freut uns das natürlich erst recht 🙂

    Das klingt ja wirklich spannend. Es klingt jedenfalls, als hättest du sehr viel Freude am Waldbaden.

    Wir wünschen dir alles gute und liebe Grüße
    Dein Social Media Team

  • Carina Kockelke Antworten

    Hallo Norbert,

    vielen Dank für deinen tollen Kommentar und dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Das klingt wirklich sehr spannend und du hast dich scheinbar sehr ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt.

    Direkt sind mir noch weitere Beiträge eingefallen, die dich sicherlich interessieren:
    https://www.blog-ergo.de/glaub-nicht-alles-was-du-denkst/

    https://www.blog-ergo.de/fuenf-tipps-fuer-selbstfuersorge/

    Vielleicht findest du an diesen Beitragen auch Spaß und Unterhaltung.

    Viele Grüße von Carina aus dem Social Media Team

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