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Zahnspange bei Kindern – Tipps für den Alltag

Béa Beste

„Sie gehört zu uns, wie die Pickel im Gesicht!“ könnten Teenager über die Zahnspange trällern. In der Tat reden wir hier über eine medizinische Notwendigkeit, aber auch über ein Accessoire, das unmittelbar mit der Pubertät assoziiert wird. Und eine psychologische Belastungsprobe für die Familie ist eine Zahnspange meistens auch.

Ich weiß, wovon ich schreibe. Als meine Tochter Carina schon mit dem Schuleintrittsalter einen Überbiss entwickelte, war ich noch recht ahnungslos. Meine eigene Zahnspangen-Geschichte als Kind war simpel: Alle meine Freunde trugen welche. Mir kamen sie cool und spannend vor. Ich sprach meine Zahnärztin darauf an. Sie lachte sich schlapp, zeigte mir im Spiegel mein nahezu perfektes Gebiss und schenkte mir eine Stange Staudensellerie als Snack. Ende der Geschichte.

Bei meiner Tochter wurde es komplizierter. Das Thema „Kieferkorrektur und Schiefstellung der Zähne“ und das große Ziel „mit sanftem Druck in die richtige Position zu manövrieren“ beschäftigte uns über Jahre hinweg, genauer gesagt vom Alter sechseinhalb bis fünfzehn.  Im Folgenden gehe ich auf unsere größten Probleme ein – und wie wir sie gelöst haben oder wie ich sie mit etwas Weitblick und Erfahrung besser lösen würde. Hinterher sind wir immer schlauer.

Starten wir mit dem Anfänger-Level: Die lose Zahnspange und ihre Herausforderungen.

Die richtige Bezeichnung ist nicht wirklich „lose“, sondern „herausnehmbare Zahnspange“. Eine solche zahnmedizinische Apparatur kann vom Patienten selbst in den Mund und wieder heraus eingesetzt werden. Kleineren Kindern nicht direkt und permanent etwas auf die gerade frisch geschlüpften Dauer-Zähnchen zu befestigen, macht logischerweise sehr viel Sinn. Allerdings kommt diese Art von Zahnspange mit einem Behandlungsplan, sprich: Eine konkrete Zeit am Tag und ggf. auch in der Nacht, zu denen sie konkret und zuverlässig getragen werden muss.

Wenn der Kieferorthopäde den Zeitplan erläutert, sitzt der kleine Patient begeistert da und verspricht dem in die Hand, dass er diese Zeiten ganz sicher einhalten wird.

Spoiler: Wird er nicht!

Somit ist spätestens nach drei Tagen noch ein Satz mehr auf der elterlichen Gebetsmühlenliste präsent: „Hast du deine Zahnspange drin?“

Hier sind Tipps für die drei Formen von Nein, die deutlich öfter vorkommen als ein zustimmendes „Mhhhmmm“ – und was zu tun ist:

  1. „Nein, mache ich später!“ – versucht „später“ zu definieren und eine klare Uhrzeit festzulegen. Kleiner Hack: Nehmt eine schräge Uhrzeit, wie z. B. 14:17 oder 17:39 Uhr. Es wirkt interessanter.
  2. „Nein, ich habe keine Lust auf die doofe Zahnspange!“ – fertigt rechtzeitig gemeinsame Zeichnungen von Monstern mit ganz schrecklichen Zähnen und gebt ihnen Namen und schreibt unter jedem Monster „Hatte keine Lust auf Zahnspange“. Pappt sie sichtbar an eine Wand und schaut sie euch an, wenn das mit „keine Lust“ drankommt.
  3.  „Nein, ich weiß nicht wo sie ist!“ – das heißt Suchen. Sofort. Und zwar alle, Schnüffelhunde, sofern vorhanden, inklusive. Hier ist Gamification gefragt: Einfach stupide Punkte anhäufen für den Finder und Belohnungen festlegen. Score am Küchenbrett. Und damit der Zahnspangenträger nicht schummelt: Verlust der Spange als Startkommando kostet immer einen Punkt.

Damit sind wir schon im Fortgeschrittenen-Modus: Die feste Zahnspange

… oder die „richtige Zahnspange“, wie meine Tochter sie ca. ab. Alter „ölf“ (das heißt 11, wir leben ja in Berlin) bezeichnete. Die, die nicht mehr verschwinden kann. Hier sind die Tipps dazu deutlich ernster und die Probleme ernst zu nehmen und in den Griff zu bekommen

1) Eine feste Zahnspange verursacht oft Schmerzen

Meine Tochter wunderte sich damals, warum es keinen Zahnspangen-Song von Max Giesinger oder Tim Bendzko gibt, den Weltherzschmerzjammerexperten. Leider habe ich hierfür wenig Hacks – nur Ehrlichkeit und Einfühlung. Am besten wissen eure Teenies schon mal vorab, dass es diese Schmerzen geben wird: Die ersten Tage der Eingewöhnung bei jeder Veränderung oder Umstellung auf jeden Fall. Und es ist besser, sich auf diese Schmerzen einzustellen als davon überrascht zu sein.

Wenn Schmerzen zwischendrin auftauchen, sollte die Spange vom Kieferorthopäden gecheckt werden. Bei uns hatte sich schon mal ein Draht gelockert und hat eine fiese Zahnfleischwunde verursacht. Wir erinnern uns sehr ungern daran.

2) Sie ist ist auch eine Ernährungsumstellung

Harte, bissfeste Lebensmittel sind gerade in der Anfangszeit oder nach Nachjustierungen nicht angesagt, möglichweise die ganze Tragezeit nicht. Ebenfalls sehr zuckerhaltige Lebensmittel – vor allem ohne die Möglichkeit, die Zahnspange direkt zu säubern – sollten vom Vergnügungsplan gestrichen werden. Zu viel Säure kann das Gebilde aus Zähnen und Drähten total angreifen.

Und alles Faserige und Farbige, z. B. grünen Spinat oder getrocknete Tomaten bleiben recht sichtbar in den Drähten hängen. Daher:

3) Ein permanenter Putzanlass – auch in der Schule!

Putzen und vor allem richtig putzen ist die permanente Devise: Damit die Zähne zwar geradegerückt werde, aber keine ruinösen Zähne hinterlassen werden, müssen auch die bockigsten Teenies Hygienelust bekommen. Das ist ungefähr so leicht, wie ihnen ein 6:00-Uhr-Aufstehen zum Schneeschippen im Winter nach einer Party am Wochenende aufzuschnacken. Ich muss zugeben: Das war damals mit meiner Tochter echt zäh. Heute würde ich versuchen, eine kleinen YouTube-/Instagram-/TikTok-Quest mit ihr zu machen: Welche angesagten Influencer tragen gerade Zahnspange und teilen ihre Hacks zum Reinigen und Sauberhalten? Zwischenräume putzen und tanzen könnten dann ein verbindender Akt sein …

Ihr seht, die Sache hat ihre Hürden, aber ich will euch auch Hoffnung machen: Am Ende, wenn alles überstanden ist, hat sich alles gelohnt. Heute lächelt meine Tochter voller Freude und ist dankbar, dass wir alles getan haben und die Fehlstellung zu korrigieren und die Zähne gesund zu erhalten.

Wir wünschen euch eine gute Zahnspangen-Zeit – und falls ihr auch noch mehr Tipps und Hacks habt, freuen wir uns über Kommentare!

Liebe Grüße von

Béa und Carina

 

2Kommentare

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Kommentare

  • Joachim Hussing Antworten

    Vielen Dank für die Weitergabe dieses Artikels über Zahnspangen. Mein Sohn wird wahrscheinlich bald eine Zahnspange brauchen. Wenn er eine Zahnspange bekommt, werde ich auf die Tipps in diesem Artikel verweisen, damit er sich um seine Zähne kümmern kann.

  • Sophia Linz Antworten

    Hallo Joachim,

    freut mich, dass wir dir mit unserem Artikel weiterhelfen konnten.
    Gerne kannst du dich für deinen Sohn über unsere Kieferorthopädische Zusatzversicherung informieren:
    https://www.ergo.de/de/Produkte/Zahnzusatzversicherung/Kieferorthopaedie

    Viele Grüße von Sophia aus dem Social Media Team

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