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Zecken im Frühling: Darauf musst du achten

Andreas Morawietz

Wusstest du, dass jeder dritte Deutsche schon mehrfach von einer Zecke gebissen worden ist?[1] Die kleinen Tierchen lauern bevorzugt im Unterholz, auf Wiesen oder im Garten. Einmal gebissen, saugen sie sich mit unserem Blut voll. Ein Zeckenbiss ist jedoch nicht nur unangenehm, er kann auch gefährlich werden. Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Welche Zecken es gibt, wie du dich vor den bissigen Tierchen schützt und was du bei einem Zeckenbiss tun kannst, verrate ich dir heute.

Sie sitzen am Waldrand, in hohen Gräsern oder in der Wiese im Garten: Zecken. Die kleinen bissigen Tierchen lauern hier, bis sich ihnen ein Lebewesen nähert. Ob Hund, Katze, Vogel oder Mensch: Zecken wollen ans Blut. Leise lassen sie sich auf ihre Wirte fallen, krabbeln an gut durchblutete Stellen und beißen wie kleine Vampire zu. Mit jedem Schluck Blut wächst die Zecke, bis sie prall gefüllt ist und sich wieder fallen lässt. Außer sie wird zuvor entdeckt und entfernt.

Für Menschen sind Zecken an sich ungefährlich. Meistens bemerkst du nur ein unangenehmes Jucken. Trotzdem ist ein Zeckenbiss risikoreich, denn die meisten Zecken tragen Krankheitserreger in sich, die das Ganze schnell vom lästigen Übel zur großen Gefahr für die Gesundheit werden lassen. Borreliose oder FSME sind schwerwiegende Krankheiten, die auch lange nach dem Biss Folgen haben können. Übrigens: Wusstest du, dass es eigentlich Zeckenstich heißen müsste? Die Zecke sticht mit ihrem Mund in die Haut. Doch im umgangssprachlichen Gebrauch hat sich “Zeckenbiss” behauptet. Vielleicht, weil eine Zecke eben wie ein Vampir Blut saugt – und der beißt der Sage nach ja auch zu. Ich spreche also auch meist vom Zeckenbiss statt Zeckenstich. Um sich vor einem solchen Zeckenbiss zu schützen, sollten alle, die Wanderungen lieben, mit ihrem Hund gerne durch Wälder streifen oder Gartenarbeiten machen, vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst aufpassen. Doch dazu später mehr.

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland? Holzbock und Co.

Zecken sind weltweit verbreitet. Ganze 900 Zeckenarten gibt es auf dem Globus, einige davon kommen auch in Deutschland vor. Die bekanntesten Zeckenarten in Deutschland sind der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke und seit Neuestem auch die Hyalomma-Zecke.

Der Gemeine Holzbock ist die in Deutschland am häufigsten auftretende Zeckenart. Wer einen Zeckenstich bemerkt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer des Gemeinen Holzbocks geworden. Er gilt auch als häufigster Überträger der Borrelien oder der FSME verursachenden Viren. Das Gefährliche: Der Gemeine Holzbock wird bereits ab 7 Grad Außentemperatur aktiv. Heißt: Ab dem Frühling musst du dich und deine Gesundheit vor dieser Zeckenart schützen.

Die Auwaldzecke liebt es sonnig, in Büschen, Wiesen und am Waldesrand. Die meisten Zeckenbisse der Auwaldzecke werden bislang im östlichen sowie südwestlichen Deutschland registriert. Die Besonderheit: Die Auwaldzecke mag es kalt. Ihre aktivste Zeit ist im Januar und Februar, im Sommer beißt sie nur selten zu.

Die Hyalomma-Zecke ist die neueste Zeckenart, die in Deutschland heimisch geworden ist, denn ursprünglich stammt sie aus Afrika. Sie wurde erstmals 2015 in Deutschland entdeckt. Experten denken, dass die Zecke mit Zugvögeln nach Europa gelangt ist. Die Hyalomma-Zecke ist nicht nur größer als der Gemeine Holzbock oder die Auwaldzecke, sondern auch gefährlicher. Denn anders als die altbekannten Zecken lässt sie sich nicht nur auf ihre Opfer fallen, sie jagt diese auch. Über eine Distanz von 100 Metern und bis zu zehn Minuten lang krabbelt sie ihren Wirten hinterher, um an ihr Blut zu kommen. Ein wahrer Vampir.

Wo lauern Zecken auf Mensch und Hund?

Ob Auwaldzecke, Gemeiner Holzbock oder Hyalomma-Zecke: Die bissigen Tierchen lauern am liebsten in Wiesen, hohen Gräsern oder am Wegesrand – und das überall in Deutschland. Trotzdem macht es einen Unterschied, wo man von einer Zecke gebissen wird. Wer im Norden Deutschlands wohnt, hat eine geringere Gefahr, Krankheiten von einem Zeckenstich davonzutragen. Anders als im Süden Deutschlands, in dem es zahlreiche Risikogebiete gibt. In diesen FSME-Risikogebieten gibt es eine sehr viel höhere Gefahr durch einen Zeckenbiss an der FSME-Infektion zu erkranken. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie Hessens, Thüringens und Sachsens FSME-Risikogebiete.

Auch das Saarland, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz sind regional betroffen. Aber aufgepasst: Auch im Norden steigt die Gefahr, durch einen Zeckenbiss zu erkranken! Es gibt mit dem Landkreis Emsland in Niedersachsen bisher erst ein FSME-Risikogebiet, die Tendenz steigt jedoch. Denn durch den Klimawandel und die wärmeren Temperaturen wandern auch die Zecken mit Krankheitserregern im Blut immer öfter nach oben. Dennoch gilt: Wer in Niedersachsen von einer Zecke gebissen wird, hat ein viel geringeres Risiko, an FSME zu erkranken, als in Bayern oder Baden-Württemberg.

Die Krankheiten Borreliose und FSME: Warum sind Zecken so gefährlich für die Gesundheit?

Der Zeckenbiss per se ist nicht gefährlich, die potentiellen Krankheitserreger, die das bissige Tierchen überträgt, jedoch schon. Die bekannteste Krankheit, die Zecken übertragen können, ist Borreliose. Die gute Nachricht ist: Viele Zecken tragen den Erreger, die Borrelien, in sich, doch nicht jeder Mensch, der von einer Zecke gebissen wird, erkrankt auch an Borreliose.

Die schlechte Nachricht: Wer sich schützen will, sollte nicht von einer Zecke gebissen werden. Eine Impfung gegen Borrelien gibt es nämlich nicht. Wichtig: Wer einen Zeckenbiss entdeckt, sollte das Tier sofort entfernen. Denn je länger die Zecke saugen kann, desto höher ist auch das Risiko einer Infektion. Wer einen Zeckenbiss hat, sollte die Bissstelle immer beobachten und auch auf Veränderungen im Körper achten. Wer nach einem Zeckenbiss einen kreisförmigen Ausschlag oder Grippe-Symptome entwickelt, sollte umgehend zum Arzt gehen. Aufgepasst: Die Rötung kann sich auch erst 3 Wochen später bemerkbar machen.

Du solltest dir die Bissstelle unbedingt merken und beobachten!

Die zweite Krankheit, die Zecken übertragen können, ist FSME: eine Meningitis (oder Hirnhautentzündung) mit schwerwiegenden Folgen für den Körper. Auch hier gilt: Wer nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome entwickelt, sollte unbedingt umgehend einen Arzt aufsuchen.

Die gute Nachricht: Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Menschen, die in Risikogebieten wohnen, viel in der Natur unterwegs sind oder Urlaub im Risikogebiet machen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Impfung.

Wie kann man sich und seine Gesundheit sonst noch vor Zecken schützen?

Neben einer Impfung gibt es noch weitere Strategien, die helfen, sich vor einem Zeckenbiss zu schützen. Hier kommen 6 Tipps:

  • Helle Kleidung tragen
    Wer in der Natur unterwegs ist, sollte möglichst helle und geschlossene Kleidung tragen. Auf dieser lassen sich die kleinen Tierchen besser erkennen.
  • Hohes Gras und Unterholz meiden
    Zecken lieben es, im hohen Gras oder Unterholz auf ihre Opfer zu lauern. Wenn möglich sollte man dieses Stückchen Natur meiden. Wer Hunde hat, sollte sie nach einem Ausflug unbedingt absuchen oder vorher mit einem Anti-Zecken-Mittel versorgen.
  • Nach dem Ausflug duschen
    Meistens dauert es mehrere Stunden, bis eine Zecke bei ihrem Wirt zubeißt. Diese Zeit kann nützlich sein, um die bissigen Tierchen loszuwerden. Wer nach einem Ausflug in der Natur unter die Dusche springt, hat gute Chancen, die Zecken abzuspülen, bevor sie zubeißen.
  • Den Körper absuchen
    Ob Wiese, Garten oder Wald: Nach dem Ausflug wird geraten, den eigenen Körper auf Zecken abzusuchen. Zecken lieben es besonders gerne warm, also unbedingt Kniekehlen, Achselhöhlen, Nacken und Bauch auf Zecken absuchen.
  • Zecken im Garten vermeiden
    Wer Zecken im Garten vermeiden will, sollte Tierplätze wie Vogeltränken oder Futterstellen an den Rand des Gartens auslagern. Auch eine Hecke in der Sonne minimiert die Zeckengefahr. Außerdem lieben es Zecken feucht und warm. Je trockener der Ort, an dem sich Menschen aufhalten, desto geringer die Gefahr.
  • Die richtige Versicherung
    Manchmal hilft jede Vorsicht nichts: Die Zecke beißt trotzdem zu. Wer sich für den Fall der Fälle absichern will, kann auf einen guten Unfallschutz setzen, der auch die Folge eines Zeckenbisses umfasst. Wir bieten dir eine Unfallversicherung, die dich unterstützt, wenn du durch die Krankheitserreger gesundheitliche Probleme bekommen hast!

Was sonst noch gegen Zecken hilft, kannst du bei ERGO Impulse nachlesen!

Hilfe, die Zecke hat zugebissen. Schnell entfernen!

Wenn eine Zecke trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zugebissen hat, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Es gibt sogenannte Zeckenzangen, die das Entfernen der Zecke einfach und sicher machen. Wichtig: Die Zecke muss komplett entfernt werden. Wer zu schnell in Panik am Körper der Zecke reißt, erwischt am Ende nur das Hinterteil, der Kopf mit Stechrüssel und Mundwerkzeug bleibt in der Haut stecken. Mit einer Zeckenzange kann man die Übeltäter ganz vorsichtig aus der Haut drehen. Anschließend sollte das Tier entsorgt werden. Wer sich nicht selbst traut, die Zecke zu entfernen, sollte einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Wunde auch fachmännisch desinfizieren.

Ich hoffe, mit meinen Tipps weißt du, wie du dich vor einem Zeckenbiss schützen kannst. Du hast noch mehr Ideen, wie man sich die bissigen Tierchen vom Leib hält? Dann schreib sie gerne in die Kommentare!

#ERGOgesundundfit

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1147572/umfrage/erfahrung-mit-zeckenbissen-in-deutschland/


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