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Beileidsbekundung – so findest du die richtigen Worte

Anja Müller

Der Vater einer Nachbarin ist schwer krank und wird voraussichtlich nicht mehr allzu lange leben. Ich kenne und mag ihn und empfinde großes Bedauern, wenn ich an sein nahendes Ende denke. Was mich beschäftigt, ist die Frage, wie ich zum gegebenen Zeitpunkt meiner Nachbarin mein Beileid angemessen ausdrücken kann. Reicht eine eingeworfene Trauerkarte? Ist es aufdringlich, einem Hinterbliebenen auch persönlich zu kondolieren? Was sind die passenden Worte?

Mit der Tabuisierung des Todes wird auch die Etikette für die richtige Beileidsbekundung aus unserem Alltag ausgesperrt. Das wird mir in solchen Momenten bewusst. Keiner bringt uns bei, wie wir angemessen auf den Tod von Freunden, Bekannten, Nachbarn reagieren sollen. Wie wir unser Mitleiden und Mitfühlen mit dem richtigen Maß an Emotion und Distanz ausdrücken können.

Beileid bekunden und Unterstützung anbieten

Deshalb mache ich mich, wie so oft, im Netz auf die Suche nach Antworten und werde natürlich fündig. Es gibt diverse Seiten, die viele hilfreiche Tipps bereithalten, und in den meisten Aspekten dieses sensiblen Themas stimmen sie überein:

  • So unbeholfen man sich vorkommen mag – nicht zu kondolieren ist das Schlechteste, was man tun kann. Auf gar keinen Fall solltest du den Trauerfall ignorieren, dem Hinterbliebenen gar ausweichen. Sei einfach ehrlich, gehe auf den Trauernden zu und sage ihm, dass dir die passenden Worte fehlen. Ein „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, es tut mir so leid“, drückt nachvollziehbar die eigene Hilflosigkeit aus. Und darüber hinaus das Mitgefühl, das man empfindet. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden.
  • Eine Beileidskarte ist immer ein guter Weg, seine Anteilnahme mitzuteilen. Ein paar wenige persönliche, handgeschriebene Zeilen können – und hier kommt die richtige Distanz als nicht direkt Betroffener ins Spiel – zusätzlich Hilfe und Unterstützung anbieten. Damit kannst du zum Ausdruck bringen: „Du bist nicht allein, ich bin da, wenn du mich brauchst“. Man kann dem Trauernden außerdem für die bevorstehende schwere Zeit ganz praktische Freundschaftsdienste erweisen: die Begleitung bei Behördengängen zum Beispiel, das Rasenmähen oder die Fahrt der Kinder zum Fußballtraining.

Mit Feingefühl online trauern

Es gibt es heutzutage Online-Gedenkseiten, die für den Verstorbenen eingerichtet werden und einen gemeinsamen virtuellen Ort des Trauerns bieten. Hier kannst du ebenfalls passende Worte an die Hinterbliebenen richten.

Und selbst in sozialen Netzwerken oder per E-Mail ist eine Beileidsbekundung inzwischen möglich. Allerdings – und das ist unbedingt zu beachten – nur dann, wenn die Hinterbliebenen selbst diesen Kommunikationsweg eingeschlagen haben. Wenn du also via Facebook über einen Todesfall informiert wurdest, kannst du dem Angehörigen ebenfalls auf diesem Wege kondolieren.

„So unbeholfen man sich vorkommen mag – nicht zu kondolieren ist das Schlechteste, was man tun kann. Auf gar keinen Fall solltest du den Trauerfall ignorieren, dem Hinterbliebenen gar ausweichen.“

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Beileidsbekundung: So respektierst du die Situation des Trauernden

Auf welchem Weg du dein Beileid nun ausdrücken willst, wähle deinen Kommunikationsweg und deine Worte unbedingt sorgfältig und persönlich. Wer sich nicht sicher ist, welche Art der Kondolenz die geeignete ist, ist mit der klassischen, selbst geschriebenen Trauerkarte zweifelsohne gut beraten.

  • Wer trauert, befindet sich in einem Ausnahmezustand. Erwarte deshalb keine zügige Antwort auf deine Beileidsbekundung. Oft braucht der Betroffene lange Zeit, um den Verlust des geliebten Menschen zu verkraften. Übe also Nachsicht, wenn du lange auf ein Dankeswort warten musst.
  • Wichtig ist nicht zuletzt, die Wünsche der Angehörigen zu respektieren. Steht beispielsweise in der Traueranzeige, man möge bei der Beisetzung von Beileidsbekundungen Abstand nehmen, ist dies unter allen Umständen zu respektieren. Es gibt auch andere Gelegenheiten für persönliche Worte.

Auf unserer Webseite findet Ihr noch mehr Lesenswertes zu dem Thema Todesfall und Beileidsbekundung.

Einsame Frau berührt nach der Beileidsbekundung traurig den Grabstein

Mit dem Tod leben

Ein Todesfall im Umfeld führt einem auch immer die eigene Endlichkeit vor Augen. Der eigene Tod ist nun mal unumgänglich, so gerne man diese Tatsache auch verdrängt. Wer seinen letzten Weg selbstbestimmt gehen und ihn finanziell absichern möchte, ist mit einer Sterbegeldvorsorge gut beraten. Ruft uns bei Fragen dazu auch gerne an unter der gebührenfreien Telefonnummer: 0800/666 9000.

Weitere Informationen rund um das Thema „Tod und Trauern“ findest du in unserem Themenschwerpunkt.


20Kommentare

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Kommentare

  • Larissa Behrmann Antworten

    Ihre Tipps für die richtige Beileidsbekundung haben mir sehr geholfen. Mein Kumpel hatte mir in einem nebensatz erzählt, dass er bald ein Bestattungsunternehmen anrufen wird weil sein Vater wohl nicht mehr so lange hat. Ich hatte mich schlecht gefühlt weil ich auch sagte „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, es tut mir so leid“ aber ich denke wie sie sagen ist das auch ganz angebracht.

  • Alisa Philbert Antworten

    Hallo Larissa,

    danke für dein Feedback und schön, dass wir dir weiterhelfen konnten.
    So eine Situation ist nie einfach.
    Viele Grüße
    Alisa aus dem Social Media Team

  • Johannes Antworten

    Es stimmt, dass in unserem Alltag die Beschäftigung mit dem Tod viel zu wenig Platz hat. Dementsprechend wissen die meisten nicht so genau, wie sie sich z.B. bei einer Beerdigung verhalten sollten. Bestatter empfehlen ja auch meist, den Betroffenen offen mit Mitgefühl zu begegnen und Unterstützung anzubieten.

  • Anja Antworten

    Lieber Johannes,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ein offener, empathischer Umgang mit dem Trauernden, verbunden mit dem Angebot ihn zu unterstützen, ist sicher immer eine angemessene Reaktion.

    Herzliche Grüße
    Anja aus der Blogredaktion

  • Hector Uba Antworten

    Auf der Arbeit wurde mir gesagt, dass es gut ist, wenn man sich mit dem Thema Beileidsbekundung einmal auseinander setzt. Jetzt wo ich diesen Beitrag lese, finde ich es wirklich interessant. Ich denke, den Beitrag werde ich mal mit meinen Kollegen teilen.

  • Pierre Durand Antworten

    Vielen Dank für den Beitrag zu den richtigen Worten in Beileidsbekundungen. Unser schwerkranker Nachbar hat sich vor seinem Tod einen Grabstein nach Wunsch ausgesucht und nun wird seine Beerdigung geplant. Gut zu wissen, dass eine unbeholfene Kondolenz besser, als keine ist.

  • Anja Antworten

    Lieber Pierre Durand,
    vielen Dank – wir freuen uns sehr, wenn unsere Beiträge den Lesern echten Mehrwert bieten.
    Auch wenn man sich mit der Wahl der eigenen Beileidsworte nicht ganz sicher ist, die Hinterbliebenen empfinden sie gewiss als Zeichen von Mitgefühl und Anteilnahme.
    Herzliche Grüße von Anja aus dem Blog-Team

  • Dennis Becker Antworten

    Mein Onkel ist derzeit auf der Suche nach einem Grabstein. Dabei ist es auch gut zu wissen, wie man eine Beileidsbekundung in einem möglichst adequaten Ton trifft. Ich hoffe, dass er einen passenden Ansprechpartner finden wird.

  • Anton Schneider Antworten

    Vielen Dank für die Tipps, wie man respektvoll Beileid bekundet. Kürzlich ist ein Vorfall im Bekanntenkreis geschehen und ich habe den Bekannten zum Grabstein begleitet. Manchmal fehlen einem in solchen Situationen die passenden Worte.

  • Jennifer Germeshausen Antworten

    Hallo Anton,

    herzliches Beileid für deinen Verlust. In solchen Situationen weiß man wirklich nicht was man sagen soll, da hast du recht.
    Danke für dein nettes Feedback!

    Liebe Grüße von Jenny aus dem Social Media Team

  • Marlon Weber Antworten

    Wir bereiten uns momentan auf eine Trauerfeier vor. Wichtig war der Hinweis, dass man vor allem auf die Trauernden eingehen sollte, statt sie zu ignorieren. Ich werde mir weitere Hilfe von einem Bestatter holen.

  • Michelle Gampe Antworten

    Hallo Marlon,

    mein herzliches Beileid! Wir wünschen euch alles Gute und viel Kraft für die nächste Zeit.

    Viele Grüße von Michelle aus dem Social Media Team

  • Finja Antworten

    Großartig geschrieben, sehr informativ. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, brauche ich keine weiteren Informationen mehr. Ich denke, ich bin jetzt ausreichend über die Beileidsbekundung informiert.

  • Jennifer Germeshausen Antworten

    Hallo Finja,

    vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich sehr, dass unser Artikel dir weiterhelfen konnte!

    Liebe Grüße von Jenny aus dem Social Media Team 🙂

  • Dennis Becker Antworten

    Mein Onkel ist derzeit auf der Suche nach einer Bestattungsberatung. Dabei ist es gut zu wissen, dass man den Betroffenen Unterstützung anbieten sollte. Ich hoffe, dass er einen passenden Anbieter finden wird.

  • Jennifer Germeshausen Antworten

    Hallo Dennis,

    es freut mich, dass unser Artikel dir weiterhelfen konnte. Ich wünsche deinem Onkel alles Gute bei der Suche nach einer Bestattungsberatung.

    Liebe Grüße von Jenny aus dem Social Media Team 🙂

  • Christoph Antworten

    Es ist gar nicht so einfach die richtigen Worte zu finden. Einmal habe ich eine Rede auf einer Bestattung gehalten. Mit viel Hilfe von meiner Familie hat das ganz gut geklappt.

  • Birgit Antworten

    Die richtigen Worte auf einer Bestattung zu finden kann gar nicht so einfach sein. Aber ich denke, dass ehrliche und empathische Worte immer helfen. Manchmal muss auch tatsächlich nichts sagen.

  • Florian Farber Antworten

    Ich war vorher noch nie auf einer Beerdigung. Ich wusste hierbei nicht, dass man sich am besten an die Trauernden orientieren sollte. Am besten werde ich für weitere Beratung einen Trauerbeistand aufsuchen.

  • Sylvia Tichai Antworten

    Hallo Florian,
    schön, dass dich unser Beitrag zum Nachdenken gebracht hat. Das ist wohl das Wichtigste: dass man sich Gedanken macht und nicht mit Sprachlosigkeit auf einen Todesfall reagiert.
    Liebe Grüße von Sylvia aus dem Social Media Team

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