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Optimismus kann man lernen

Rebecca Baumann

Pessimismus ist die „Lebensauffassung von Menschen, die alles von der schlechten Seite betrachten“. Er spiegelt eine „Grundhaltung ohne positive Erwartungen“ oder auch ohne „Hoffnungen“ wider. Optimismus kann man lernen – und  wie ich das geschafft habe, lest ihr hier.                   

Ich war unter meinen Freunden als Pessimist bekannt, das war mir klar. Aber wirke ich wirklich so negativ? Habe ich eine Grundhaltung ohne Hoffnungen? Da musste sich eindeutig etwas ändern.

Seit Jahren mache ich bei der Aktion „Sieben Wochen ohne …“ der evangelischen Kirche mit. Jedes Jahr gibt es eine andere Gewohnheit, auf die man während der Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern verzichten soll.

Dieses Jahr lautete das Motto

Zuversicht – Sieben Wochen ohne Pessimismus

Dieses Thema kam mir also sehr gelegen, um mein neues Ziel – ein Optimist zu werden – umsetzen zu können.

Aber wie schafft man das? Einfach so den Pessimismus ablegen – wie Kleider vor dem Schlafengehen – und über Nacht positiv denken. Es scheint eine große Herausforderung zu sein.

Meine Tipps um optimistischer zu leben: Erinnerung, Erinnerung, Erinnerung…

Um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, habe ich mir unterschiedliche Wege gesucht, wie ich mir meine Aufgabe wieder und wieder ins Gedächtnis rufen kann. Diese Erinnerungen waren sehr wichtig für mich. Ich hatte sie überall und auf unterschiedlichste Weise verteilt.

    1. Digitale Erinnerungen

Als wichtigster Gegenstand diente mir mein Handy. Zuerst stellte ich mir zwei Erinnerungen ein. Eine erschien immer morgens – zeitgleich mit meinem Wecker – und eine andere abends vor dem Schlafengehen. So konnte ich mit positiven Gedanken den Tag starten und abends beruhigt wieder einschlafen. Da mein Handy mein treuester Begleiter und eigentlich immer in meiner Nähe ist, konnte ich mich gut an die Erinnerungen halten.

   2. Flyer und Post-its überall

Außerdem habe ich überall in meiner Wohnung Flyer der Kirchen-Aktion verteilt: Am Kühlschrank, an der Wohnzimmertür, am Schreibtisch, und vieles mehr. Nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs, wollte ich darauf aufmerksam gemacht werden und an meinen Optimismus erinnert werden, also klebte ich einen Flyer auf meinen Arbeitsplatz im Unternehmen und einen weiteren in meinen Terminkalender.

Jetzt wurde ich mit diesen kleinen Plakaten immer daran erinnert, dass ich optimistischer denken sollte. Mein nächster Schritt war kleine Post-its mit Motivationssprüchen aufzuhängen: „Du bist der Optimist in Person.“,„Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“- „Alles wird gut, du brauchst nur Geduld“, lauteten unter anderem meine Sprüche.

Die Kombination aus meinen kleinen Erinnerungen war schon sehr effektiv. Nach der ersten Woche bemerkte ich tatsächlich eine Stimmungssteigerung. Ich ging zum Beispiel mit einem besseren Gefühl in die Uni-Prüfungen. Dennoch wollte ich mir meine Erfolgsstrategie weiter vor Augen führen und aufzeigen, wie zuversichtlich ich tatsächlich schon bin.

   3. Zuckerbrot & Peitsche

Um diese Veranschaulichung umsetzen zu können, besorgte ich mir zwei durchsichtige Behälter. Diese modelte ich zu zwei Spardosen um: Auf die eine Dose klebte ich einen großen traurigen Emoji, auf die andere eine strahlende Sonne. Diese Spardosen erfüllten fortan folgende Aufgaben: Wenn mir auffiel, dass ich wieder pessimistisch gewesen bin oder ich eine Aussage negativ formuliert habe, warf ich einen Euro in den traurigen Emoji-Behälter. Das Geld, dass in diesem Behälter landete, war für mich „gesperrt“ – außer: wenn mir eine zuversichtliche bzw. eindeutig optimistische Aussage über die Lippen kam, nahm ich einen Euro aus dieser Miesepeter-Büchse und legte sie in die Sonnenschein-Dose. Dieses Geld stand mir dann zur freien Verfügung.

Mit diesem kleinen Mittel lebte ich noch bewusster optimistisch. Durch die Dosen hatte ich noch einen weiteren Ansporn, da das „freie“ Geld in meine Urlaubskasse floss.

Die Methode mit den beiden Dosen hat eine weitere Überlegung unterstützt, die Kommunikation; denn es ist sehr wichtig,  immer bewusst auf seine Formulierungen zu achten.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Je penibler ich auf meine Aussagen achtete, desto mehr Geld durfte in die Sonnenbüchse wandern. Denn aus „durch diese Prüfung bin ich sicher durchgefallen“ wurde „Mit viel Glück habe ich bestimmt bestanden“ und daraus entwickelte sich letztendlich „Ich kann das schaffen, ich habe genügend gelernt“. Somit füllte sich meine Urlaubskasse immer weiter und weiter. Irgendwann war kein Geld mehr in der Miesepeter-Büchse, sodass ich einfach direkt die Sonne gefüttert habe.

Ich fühlte mich gut, und wirkte anscheinend auch um einiges entspannter.

Kaum hatte ich mich an mein erleichtertes Gefühl gewöhnt, schwappte diese Welle der Unsicherheit nach Deutschland herüber. Was zuerst weit weg in China begonnen hatte, schlich sich plötzlich in unseren Alltag.

Gerüstet für jede Situation?         

Wie jedem anderen auch, drängten sich mir viele Fragen auf. Aufgrund der aktuellen Situation war meine Fastenaktion für mich erst einmal komplett vergessen. Es hagelte Umstellungen,wie die Aussetzung des Berufsschulunterrichts, die Umstellung auf das mobile Arbeiten und die große Frage, ob das nächste Studien-Semester „normal“ beginnen kann. Nach einigen Tagen ist mir dies bewusst aufgefallen: Ich bin zurück in meine alten Muster gefallen! Meine traurige Büchse quoll über. Wofür waren denn bitte die letzten Wochen, wenn ich jetzt aufgebe? Ich habe also versucht, wieder an mir zu arbeiten und die aktuelle Lage mit meinem Optimismus zu bekämpfen.

Wie bestimmt viele von euch auch, mache ich mir weniger Sorgen um mich selbst, als um meine Großeltern. Mein Großvater ist seit langer Zeit sehr krank und somit von dieser Situation stark betroffen. Doch anstatt zu sagen „Er ist so schwach, ihn trifft es bestimmt“ entschied ich mich für „Wir alle schützen ihn so gut wir können und werden das zusammen durchstehen“. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen, ist auch unser öffentliches Leben stark beeinflusst. Hier hat es auch mich getroffen. Schon im Januar habe ich für April fünf Tage Urlaub in Valencia gebucht. Dafür wollte ich auch meine Sonnen-Urlaubs-Büchse verwenden. Diese scheint plötzlich wieder sinnlos. Aber ich habe ja gelernt zuversichtlich zu sein. Also steht die Spardose jetzt brav da und wartet auf ihren nächsten Verwendungszweck. Denn ich bin zuversichtlich, der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Was noch alles auf uns zukommen wird, können wir natürlich nicht vorhersehen. Aber wir können versuchen, aus der momentanen Situation das Beste herauszuholen – zum Beispiel unsere Zeit zuhause nutzen, um auf unsere Formulierungen zu achten und über die Wochen optimistischer zu werden.

Ist euer Glas immer eher halb voll oder leer? Erzählt uns doch, welche Erfahrungen ihr mit Optimismus gemacht habt.

 

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